Filmporträt

Auch mit Krebs kann man lebensfroh sein

Der Regisseur Ulrich Schamoni filmte sein Leben bis kurz vor seinem Tod. Das Porträt "Abschied von den Fröschen" zeigt, wie kämpferisch er mit seinem Krebs umging.

Der Regisseur Ulrich Schamoni war ein Held des Jungen Deutschen Films. Passend zum 50. Jubiläum des Oberhausener Manifests, mit dem diese Bewegung begann, kommt nun ein Dokumentarfilm, der die letzten Lebensjahre Schamonis beleuchtet.

Regisseurin Ulrike Schamoni kam zugute, dass ihr Vater auch vor seinem Tode 1998, als er mehr als Gründer des ersten Berliner Privatradiosenders Hundert,6 denn als Regisseur von sich reden machte, nicht sein Interesse an filmischen Innovationen verloren hatte: Der Mann, der mit dem Abtreibungsdrama „Es“ die Republik aufgewühlt und einen Bundesfilmpreis gewonnen hatte, führte in seinen Haus im Grunewald ein umfangreiches Videotagebuch.

Mel Brooks kam zu Besuch

„Am Swimming Pool der Schamonis trifft sich der Junge Deutsche Film“, hört man den Sprecher in einer Wochenschau aus den Sechzigern zu Schwarzweißbildern sagen. In den Achtzigern kommt noch einmal Mel Brooks zu Besuch. In den Neunzigern trifft sich bei den Gartenpartys eher das alte West-Berlin – man sieht Rolf Eden und Regina Ziegler.

Im Pool quaken die Frösche, der verwilderte Garten und das Haus, das die Kulisse für mehrere Schamoni-Filme war, sind mit Erinnerungsgegenständen und dekorativem Nippes voll gestellt. „Abschied von den Fröschen“ ist ein intimes Porträt des Krebskranken – naturgemäß spricht Schamoni in seine eigene Videokamera viel offener als er es jedem Interview gegenüber gewesen wäre.