Oscar 2012

Jean Dujardin gewinnt Oscar für The Artist

Gutaussehend, witzig, charmant und talentiert: Jean Dujardin hat alles, was einen Weltstar ausmacht – nur keine Starallüren. Als erster Franzose nahm er einen Oscar für seine Rolle in The Artist mit nach Hause.

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Sein Englisch könnte besser sein, aber mit seinem formvollendeten Handkuss am roten Teppich brachte er in Hollywood auch die Amerikanerinnen zum Schmelzen: Jean Dujardin, Oscarpreisträger und Frankreichs neuer Film-Exportschlager nach Jean-Paul Belmondo. Dujardin ist mit allem gesegnet, was für einen Weltstar wichtig ist: Er hat eine große Portion schauspielerisches Talent, eine Prise Witz, viel Charme, Männlichkeit und das gewisse Etwas, wenn er die Augenbrauen hochzieht und die Stirn in Falten legt. Damit erinnert er viele an Hollywoodliebling George Clooney.

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Nur eins fehlt dem 39-jährigen „French Clooney“ Dujardin: Starallüren. Daran scheint auch sein riesiger Erfolg in Hollywood nichts zu ändern. Denn trotz seines Steilflugs in den internationalen Filmolymp bleibt Dujardin sympathisch; ihm scheint sein Erfolg mit der Rolle des Stummfilmstars George Valentin nicht zu Kopf zu steigen. „Ich bin glücklich mit meiner Arbeit und mit meinem Leben in Frankreich“, erklärte er vor der Oscarverleihung. Aus seinem Mund klingt das nicht wie Patriotismus, sondern wie reine Bodenständigkeit.

Dujardin fing klein an. Nach dem Abitur arbeitete er zunächst als Schlosser, bevor er begann, Sketche zu schreiben und auf Kabarettbühnen aufzutreten. In seiner Rolle als Loulou klopfte er in der Fernseh-Vorabendserie „Un gars, une fille“, einer Sitcom über das Zusammenleben eines eingefahrenen Paars um die Dreißig, zwischen 1999 und 2003 dumme Sprüche.

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Nur wenig später versprühte er als blonder Langhaarsurfer und Charmebolzen in „Cool Waves – Brice de Nice“ seinen Charme. Das Ergebnis: über 4,4 Millionen Kinozuschauer. In der Agentenparodie „OSS 117 – Der Spion, der sich liebte“ tauchte er als eine Mischung zwischen James Bond und Jean-Paul Belmondo auf. Der Erfolg war so groß, dass drei Jahre später die Fortsetzung „OSS 117 – Er selbst ist sich genug“ in die Kinosäle kam. Der Regisseur dieser „James Bond“-Parodien: Michel Hazanavicius, der Dujardin mit „The Artist“ nun an die internationale Filmspitze katapultiert hat.

Komödie, Satire, Drama oder Stummfilm: Dujardin zieht alle Register. „Ich tue einfach nur meinen Job“, gibt der Franzosen derzeit liebster Schauspieler zur Antwort, wenn man ihn nach seinem Erfolgsrezept fragt. Bescheidenheit ist eine Zier.