"Yoko"

E.T. kommt aus dem Himalaya und hasst Hunde

Den Yeti Yoko verschlägt es in Franziska Buchs Film in gemäßigte Breiten, wo fiese Jäger lauern. Was an Originalität fehlt, soll die Niedlichkeit wettmachen.

E.T. im Zottelpelz – das wäre ein treffendes Etikett für die Hauptfigur dieses Film-Märchens der Regisseurin Franziska Buch. Das Wesen heißt Yoko und wurde ursprünglich vom Kinderbuchautor Knister (alias Ludger Jochmann) erfunden. Von ganz so weit her wie der Außerirdische kommt es zwar nicht, sondern nur aus Tibet. So schauerlich-putzig wie der Alien sieht es allemal aus, und wie er landet es auf krummen Wegen unvermittelt im Haus einer hiesigen Familie, der vor kurzem der Vater abhanden gekommen ist.

Einen Yeti soll der animierte Teddy darstellen. Das Mädchen Pia (Jamie Bick) begegnet ihm in ihrem Baumhaus und umsorgt ihn rührend; im Gegenzug tröstet Yoko Pia über den Tod ihres Vaters hinweg, indem er sie mittels hypnotischer Fähigkeiten auf Traumreisen in den Himalaja mitnimmt.

Heimisch wird Yoko in unseren Breiten trotzdem nicht – es ist ihm zu warm, seine Superkräfte schwinden bei steigenden Temperaturen. Den yeti-jagenden Großwildjäger van Sneider (Tobias Moretti) freut das. Für ihn besteht die Bestimmung jedes pelzigen Wesens in einem Dasein als Zoobewohner, Pelzmantel oder Versuchstier, und von Yokos Verkauf an einen ebenso gemeinen Zoodirektor (Justus von Dohnányi) erhofft er sich eine klingelnde Kasse.

Mittelmäßig witzige Niederlagen der Fieslinge

Nun ist Yoko eindeutig die Hauptattraktion dieser Fantasy-Produktion: Was dem Plot an Spannung und Originalität fehlt, muss die Mischung aus Puppe und ferngesteuertem Roboter an Niedlichkeit wettmachen. Eine Hetzjagd reiht sich an die nächste, jede endet mit einer mittelmäßig witzigen Niederlage der Fieslinge. Zudem wirkt die Niedertracht der zwei Schurken dermaßen überzogen, so dass die Wandlung des Zoodirektors vom Saulus zum Paulus unglaubwürdig bleibt.

Angesichts von so viel Gemeinheit haben es die gutherzigen Charaktere – etwa Jessica Schwarz als Pias Mutter – nicht leicht, sich zu profilieren. Den überzeugendsten Part übernimmt Sneiders Roboterhund Trixi, der als Yokos seelenloser Antagonist nichts als eine kläffende Maschine auf vier Beinen darzustellen hat. Das wenigstens gelingt.