Thriller

Wie man mit Selbstmorddrohungen zu Geld kommt

In "Ein riskanter Plan" bricht Sam Worthington aus dem Gefängnis aus, um seine Unschuld zu beweisen. Dazu greift er selbst auf Tricks und Lügen zurück.

Irgendwie passt dieser Mann, der zu Beginn von Asger Leths Thriller in das New Yorker Roosevelt Hotel eincheckt, nicht an diesen Ort, an dem alles von Geld und Reichtum zeugt. Dass er ein kostenloses Upgrade für eine Suite ausschlägt, ist schon verwunderlich. Noch erstaunlicher ist, dass er den Pagen fragt, ob es für Champagner zum Hummer nicht noch zu früh sei. Nick Cassidy ist ein Fremder in dieser Welt.

Mit seinen Auftritten in „Avatar“ oder „Terminator: Die Erlösung“ ist Sam Worthington in die Fußstapfen von Action-Stars wie Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone getreten, und er hat auch noch Bruce Willis beerbt. Worthington strahlt etwas von einem proletarischen Underdog aus. Seine Figuren sind Männer der Tat, die ihre Arbeit mit einem altmodischen Ethos verrichten.

Ein Griff zu Tricks und Lügen

Auf dieses Image setzt der Däne Asger Leth. Worthingtons Cassidy ist ein Störfaktor in der Stadt. In dem Moment, in dem er auf den Hotelsims tritt und droht, in die Tiefe zu springen, wird er den Verkehr in Manhattan praktisch zum Stillstand bringen. Er stand einmal im Dienst der New Yorker Polizei und wurde dann als Juwelendieb verurteilt. Er ist einer der letzten Aufrechten, der aus dem Gefängnis geflohen ist, um seine Unschuld zu beweisen.

Als Außenseiter in einer Welt, die von Männern wie dem Immobilienmagnaten David Englander (Ed Harris) beherrscht wird, bleibt auch Worthingtons working class hero nichts Anderes übrig, als zu Tricks und Lügen zu greifen. Der angedrohte Selbstmord, der einen Menschenauflauf verursacht, ist nur eine Ablenkung, die Cassidys Bruder einen Juwelenraub ermöglichen soll.

Der Mann steht am Abgrund

So kann auch Asger Leth ein faszinierendes Doppelspiel aus Stillstand und Action treiben. Wenn er bei Cassidy ist, verdichtet sich sein Erstling zu einem grandiosen Psychoduell zwischen einem Mann am Abgrund und der ganzen Welt um ihn herum.

Wenn er zu den Intrigen von Cassidys Gegenspielern wechselt, dann wird aus dem Kammerspiel ein rasantes Kleinod, das sich nicht hinter den großen B-Movies so einzigartiger Filmemacher wie Sam Fuller und Don Siegel verstecken muss.