Großes Kino

Hobbits und andere Superhelden – das läuft 2012

Die "Harry Potter"-Reihe ist zu Ende gegangen. Doch die Freunde von Fantasy-Serien müssen keine Trauer tragen. 2012 kommt der "Der Hobbit". Und nicht nur er.

Die Kinogänger haben sich daran gewöhnt, popkulturelle Epen in Serie zu genießen. "Star Wars", die Mutter aller Fantasy-Serien, brachte es auf sechs Folgen, "Star Trek" auf elf und die "Harry Potter"-Saga auf acht Filme. Das erfolgreichste Fantasy-Produkt, Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Adaption, erschien zwar nur in drei Teilen, die allerdings in einer kürzeren und einer längeren Version globale Verbreitung fanden. Dem Prequel zu den "Ringen" kommt denn auch die Aufgabe zu, 2012 das Loch zu füllen, das mit dem Ende der "Harry Potter"-Geschichten 2011 zu klaffen droht.

Für Dezember 2012 ist der erste von zwei Teilen angekündigt, in denen "Der Hobbit" Bilbo Beutlin eine Gruppe Zwerge zum Drachen-Schatz jenseits des Düsterwaldes führt. Nach dem Abgang von Regisseur Guillermo del Torro zeichnet Peter Jackson für Regie und ausfühende Produktion verantwortlich. Die Titelrolle spielt Martin Freeman . Mit Ian McKellen als Gandalf, Andy Serkis als Gollum, Hugo Weaving als Elrond und Cate Blanchett als Galadriel gibt es ein Wiedersehen mit guten Bekannten aus den "Ringe"-Filmen.

"Der Hobbit" wird 2012 nicht die einzige Fortsetzung eines erfolgreichen Konzepts bleiben. Von den „Men in Black“ gibt es Teil 3, von „Spider-Man“ und „Ice Age“ Part 4 und Geheimagent James Bond will November in sage und schreibe seiner 23. Mission unterwegs sein wird. Um die gleiche Zeit sollte die Vampir-Saga „Twilight“ um Bella und Edward ihr Final erleben.

Den Auftakt des Kinojahres machen „Die Muppets“. Im Januar kehren die Puppen nach jahrelanger Abwesenheit auf die Leinwand zurück. Der Jason Segel, bekannt als Schauspieler aus Komödien wie „Bad Teacher“ und der TV-Serie „How I Met Your Mother“, schrieb das Drehbuch und produzierte das Werk mit.

Viel Musik gibt es auch in dem Überraschungshit aus Frankreich: „The Artist“ ist eine Schwarz-Weiß-Hommage an das Stummfilmkino – als Stummfilm. Ohne Stimme, dafür aber mit umso mehr Charme tanzt sich Hauptdarsteller Jean Dujardin durch ein wunderbar opulent ausgestattetes Bühnenbild und in die Herzen der Zuschauer.

Deutlich weniger beschwingt, aber nicht weniger sehenswert ist die Tragikomödie „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ von Alexander Payne. In herrlich hässlichen Hawaii-Hemden ist Hollywoodstar George Clooney darin ab Ende Januar von einer neuen Seite zu sehen: Als überforderter Vater, der sich nach dem schweren Unfall seiner Frau um seine beiden Töchter kümmern muss.

Bully Herbig im "Kir Royal"-Nachfolger

Mit Spannung wird für März zudem „Die Eiserne Lady“ erwartet. Phyllida Lloyd, die zuletzt mit „Mamma Mia!“ Kinogänger begeisterte, arbeitete dafür erneut mit Meryl Streep zusammen. Dieses Mal spielt Streep die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher – und das so überzeugend, dass sie schon als Oscarfavoritin gehandelt wird.

„Marvel’s The Avengers“ verspricht das Superheldenkino im April in eine neue Dimension zu führen. Wenn die Bedrohung zu groß wird, reicht schließlich nicht ein einziger Held, dann ist eine ganze Truppe gefragt. Und die besteht bei den „Avengers“ aus Hulk, Iron Man, Thor, Captain America und Black Widdow – ein Garant für zahlreiche Kampfeinlagen, gespielt von Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Samuel L. Jackson, Mark Ruffalo, Jeremy Renner und Chris Evans.

Die deutschen Filme müssen sich ebenfalls nicht verstecken. Regisseur Helmut Dietl drehte mit Michael „Bully“ Herbig den „Kir Royal“-Nachfolger „Zettl“ (Februar), in der Romanverfilmung „Russendisko“ (März) gibt Matthias Schweighöfer einen Russen, der kurz nach dem Mauerfall nach Berlin kommt, und auch Detlev Buck nahm sich einen Bestseller als Vorlage: „Die Vermessung der Welt“ kommt im Oktober in die Kinos.