Kinofilm "Dreiviertelmond"

Elmar Wepper gibt den grantigen Taxifahrer

Im Kino machte sich Elmar Wepper bislang rar. Jetzt kommt er mit dem Film "Dreiviertelmond" auf die Leinwand und überzeugt in seiner zweiten Kino-Hauptrolle als grantiger und unglücklicher Nürnberger Taxifahrer.

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Mit Doris Dörries „Kirschblüten – Hanami“ startete der 67-Jährige Fernsehschauspieler Elmar Wepper vor drei Jahren seine Kinokarriere. Er dreht seit einiger Zeit bewusst weniger Filme. „Die Arbeit ist wunderbar, aber es geht auch eine Zeit lang ganz gut ohne“, sagte er. „Ich habe mein Haus, meinen Garten, wo es viel zu tun gibt, aber meine Frau und ich lieben das“, so der Film- und Fernsehstar. Wenn er eine Pause beruflich einlegt, langweile er niemals.

Seine zweite Kino-Hauptrolle spielt er in Christian Züberts Tragikomödie „Dreiviertelmond“, der ab dem 13. Oktober herauskommt. Er spielt die Rolle eines grantigen und unglücklichen Nürnberger Taxifahrers Hartmut, der mit sich und der Welt hadert. Die Rolle eines zunächst so negativen Charakters zu übernehmen, war von Anfang nicht so leicht für Elmar Wepper. „Der Hartmut ist nicht der Elmar und der Elmar ist nicht der Hartmut. Und es muss auch nicht so sein, dass man nur Zugang zu einem Charakter findet, weil er einem ähnlich ist. Es ist schauspielerisch durchaus reizvoll, wenn man sich an einer Figur reibt und nicht so einfach in sie hineinschlüpfen kann“, erklärt der Schauspieler. Im Gegensatz zu Elmar hat Hartmuts Frau ihn verlassen. Er wohnt bei seiner Schwester und ist davon überzeugt, dass das nur eine Phase ist und dass sie schon wieder kommt. Er versteht nicht, warum sie ihn verlassen will.

Im Film sind die Frauen alle sehr stark und freier in ihrem Denken als die Männer. Sie sind härter, Konsequenzen zu ziehen oder bestimmte Dinge zu sagen, während Hartmut „kein offener Mensch, keiner der sich mitteilen will, keiner, der an der Welt interessiert ist, groß auf Reisen geht“, so Wepper. Und dann soll Hartmut sich plötzlich noch um dieses kleine türkische Mädchen kümmern. Hayats Mutter arbeitet auf einem Kreuzfahrtschiff weit weg und ihre Oma ist ins Krankenhaus gekommen. Jetzt weiß das Kind nicht wohin. Und Hartmut ist der einzige Mensch, den die gerade erst aus der Türkei angereiste Hayat in der fremden Stadt kennt. Hartmut ist natürlich nicht begeistert. Doch nach und nach freunden sich die Beiden an

„Der Film zeigt sehr schön und auch humorvoll die Gegensätze Türkisch-Deutsch, Türkisch-Fränkisch, aber Christian Zübert vermeidet es, damit eine Zeigefinger-Pädagogik zu verbinden. Wenn zum Beispiel Hayats Großmutter betet, wird das nicht kommentiert und gewertet, sondern einfach so gezeigt wie es ist,“ fügt Wepper hinzu. Was er ihm am meisten gefällt, ist einen Menschen darzustellender am Ende des Films ein anderer ist als er am Anfang war und der trotzdem noch derselbe ist.“