Waldbühne

Anna Netrebko beschert Berlinern Sternstunde

Anna Netrebko präsentierte gemeinsam mit Jonas Kaufmann und Erwin Schrott in der Berliner Waldbühne ihr Lieblingsrepertoire. Es wurde ein Gipfeltreffen der Starsänger.

Picknickkörbe stehen bereit. Das Orchester legt eine flotte Ouvertüre vor. Selbst das Wetter ist festlich gestimmt. Beim Gipfeltreffen der Klassikstars in der Berliner Waldbühne, präsentiert von der Berliner Morgenpost, durchleidet Anna Netrebko die tragische Butterfly-Arie.

Ein wenig dunkler und voller ist ihre Sopranstimme in letzter Zeit geworden, und das etwas herbere Timbre steht ihr ausgezeichnet. Die russische Diva hat ihren Verlobten mitgebracht. Erwin Schrott aus Uruguay schlüpft als Leporello in eine seiner Paraderollen. Er begrüßt das Publikum in drei Sprachen und setzt auch musikalisch auf Vielseitigkeit. Der dritte im Bunde der Klassikstars ist Jonas Kaufmann. Er verspricht, Petrus ein Bier zu bestellen. Mit seiner mächtigen Stimme und seiner ungekünstelten Art singt er das leidenschaftliche Manon-Duett mit Anna Netrebko. Eine Sternstunde für die 18.000 Besucher – Begeisterung zur Pause.

Mit dem Programm voller Opern- und Operettenmelodien aus drei Jahrhunderten – von Mozart über Verdi und Gounod bis hin zu Gershwin und Tauber – waren Netrebko, Schrott und Kaufmann bereits im Juli in München gefeiert worden.

Zum Berliner „Gipfeltreffen der Stars“ in der Waldbühne war die Netrebko aus Salzburg angereist. Dort hatte sie bei den Festspielen am Montag noch in Peter Tschaikowskys selten gespielter Oper „Iolanta“ mitgewirkt.