Splatter

Der Mörder ist (nicht) immer der Sensenmann

Eli Craigs Kinodebüt "Tucker.&.Dale vs. Evil" begleitet Studenten in den Wald. Da hausen Hinterwäldler. Wer aber ist böse?

Beginnen wir mit dem klassischen Horrorfilm-Check. Gibt es gut gebaute Collegegirls, auf deren enge T-Shirts verspritztes Blut genauso passt wie ihr Angstschrei zu den prall gefüllten Lippen? Yep! Haben wir an deren Seite smarte Studenten im Poloshirt, die ihren Joint genauso gut verstecken können wie jene perversen Fantasien, die wir aus „Scream“ oder „Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast“ kennen? Yooh!

Haben wir die handelsüblichen Hinterwäldler mit Zottelbärten und Karohemden im Gepäck, die am liebsten mit Jagdmesser frühstücken und nie ohne Kettensäge aus dem Haus gehen, zuletzt gesehen in Filmen wie „Wrong Turn“? Hi ho! Und wohnen diese in einem bösen, bösen Märchenwald mit vielen rauschenden Bäumen drum herum, spätestens seit „Blair Witch Project“ nicht nur magischer Ort von Hexen und Hillbillies, sondern eben auch beliebter Partyplatz für Studenten, hier im Herzen der Natur mal so richtig die Sau rauszulassen? Aber hallo!

Dann, gibt es ja eigentlich gar keinen Grund, „Tucker.&.Dale vs. Evil“ zu sehen, denn all diese Ingredienzien finden sich in Eli Craigs Regiedebüt. Erzählt er doch davon, wie eine Gruppe von Collegekids in den tiefen Wäldern Albertas reihenweise auf merkwürdige Weise zu Tode kommt und das irgendwie an den beiden Hillbillies Dale (Tyler Labine) und Tucker (Alan Tudyk) liegt.

Nur dass Craig das Genreprinzip Gut-Böse nach bester Komödienmanier komplett umdreht. Denn die beiden Hinterwäldler sind nur zwei gemütvolle Kumpels, und die Studenten voller Vorurteile, die in Tucker und Dales Rettung der schönen Alison (Katrina Bowden) eine Entführung wittern. Voller Wut stürmen die Studenten dann Mann für Mann die Holzhütte der beiden – und landen dank bizarrer Unfälle in bester „Final Destination“-Manier in der Häckselmaschine, auf einem Baumstumpf oder im Lauf einer Kettensäge. Da Craig seine Horrorfilm-Gegen-den-Strich-Komödie konsequent durchzieht und alle Schauspieler mit sichtbarer Lust agieren, reicht das locker für einen bierseligen Kinoabend für Genrefans.