Kino

Ein paar Witze retten "Superhero Movie" nicht

Schon super, wie viele Helden es gibt. Mit dem Typen namens Dragonfly kommt ein weiterer dazu. Der kratzt sich ordentlich im Schritt und veralbert seine Kollegen. "Superhero Movie" ist eine recht schmuddelige Parodie auf die Comic- und Superheldenverfilmungen. Aber es tritt auch eine berühmte Superblondine auf.

Sommerzeit ist Superhelden-Zeit, das gilt in diesem Jahr mehr denn je. Der Iron Man kämpfte bereits ebenso gegen das Böse wie der unglaubliche Hulk, demnächst gesellt sich Batman dazu und selbst der verlottert-versoffene Hancock konnte beachtliche Erfolge feiern. Dass diesen gestandenen Mannsbildern nun auch noch ein junger Kerl mit dem klangvollen Namen The Dragonfly (engl. für Libelle) Gesellschaft leistet, ist also wenig überraschend.

Dieser Schüler, der bürgerlich eigentlich Rick Riker (Drake Bell) heißt, trägt nach einem kleinen Zwischenfall während einer Exkursion ins Genlabor einen hautengen, grün-schwarzen Ganzkörperanzug, der die wahre Identität seines Trägers gekonnt verhüllt. Die Parallelen zu Spider-Man sind nicht zu übersehen, nur dass dessen Kostüm vermutlich im Schritt ein wenig komfortabler saß. Anders als The Dragonfly sah man ihn schließlich selten zwischen den Beinen herumgrabbeln, weil es mal wieder zwickte.

Aber so muss das wohl sein in einer Parodie, denn mit „Superhero Movie“ wird nun nach Horror („Scary Movie“), High School-Komödien („Nicht noch ein Teenie-Film“), Fantasy-Epen („Fantastic Movie“) und Historienschlachten („Meine Frau, die Spartaner und ich“) auch das Genre der Comic-Verfilmungen und Superhelden-Filme auf den Arm genommen. Wichtigster Referenzfilm ist dabei, wie erwähnt, „Spider-Man“, an dessen Plot sich Regisseur und Autor Craig Mazin mitsamt des ältlichen Onkels (Leslie Nielsen), der niedlichen Nachbarin (Sara Paxton) und dem legendären Kopfüber-Kuss im Regen sehr genau orientiert.


Ansonsten verweist die Komödie überdeutlich an andere Genre-Hits wie „X-Men“, „Fantastic Four“ oder „Batman“, ergänzt um popkulturelle Anspielungen auf iPods, Facebook, Perez Hilton oder den Dalai Lama.


Ärgerlicherweise beschränkt sich Mazin – genau wie die meisten anderen Vertreter dieser jüngsten Parodienwelle – darauf, all diese ins lächerliche gezogenen Referenzen bloß zu zeigen, in der Hoffnung dass schon der Wiedererkennungswert alleine Witz genug sei. Auf die Idee, dass womöglich eine subtextuelle Unterfütterung oder wenigstens der Anflug von Ironie dem Ganzen so etwas wie Biss verleihen könnte, kommt er nicht. Stattdessen wird gepinkelt, gekotzt und gefurzt was das Zeug hält, damit auch ja kein Schenkel ungeklopft bleibt.

Zwei, bestenfalls drei gelungene Gags hat „Superhero Movie“ zu bieten, darunter eine wirklich komische Tom Cruise-Persiflage. Der Großteil aber ist plump und peinlich, insbesondere eine hochgradig geschmacklose Szene mit einem Stephen Hawking-Imitator. Super-unterirdisches Niveau also, an dem auch Slapstick-Ikone Leslie Nielsen und ein Kurzauftritt von Pamela Anderson rein gar nichts ändern können.