Nach Insolvenz

Klokow macht aus Admiralspalast ein Musical-Haus

Die Düsseldorfer Unternehmensgruppe „Mehr! Entertainment" hat den insolventen Admiralspalast unter ihre Fittiche genommen. Der neue Leiter Maik Klokow will weiterhin Shows und Konzerte zeigen, der neue Schwerpunkt soll aber auf Musicals liegen.

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Es kommt Bewegung in den Berliner Musical-Markt: Die Düsseldorfer Unternehmensgruppe „Mehr! Entertainment“ übernimmt den Admiralspalast. Dort sollen auch künftig Shows, Konzerte und andere Events stattfinden, einen Schwerpunkt aber werden Musicals bilden, wie Maik Klokow gestern der Morgenpost Online ankündigte.

Klokow ist der Mann hinter „Mehr! Entertainment“ – und ein alter Bekannter in Berlin. Der Produzent und Geschäftsführer, der kürzlich „Cats“ im Zelt hinter dem Hauptbahnhof präsentiert hat, hat den deutschen Ableger der Musical-Firma Stage Entertainment (die in Berlin mittlerweile drei Theater betreibt, darunter das am Potsdamer Platz) mit aufgebaut. Ironie der Geschichte: Stage hatte vor zehn Jahren den Admiralspalast gekauft – Klokow verhandelte damals mit dem Senat. Ein Jahr später trat Stage von dem Ein-Euro-Kaufvertrag zurück – wegen der hohen Sanierungskosten für den maroden Amüsiertempel. Stage übernahm stattdessen das Theater des Westens.

Klokow fand den „Admiralspalast schon immer toll. Wenn ich es allein hätte entscheiden können, hätte ich das Theater damals nicht zurückgegeben.“ Mit der Admiralspalast-Eigentümergesellschaft sei ein Mietvertrag über fünf Jahre mit zwei Verlängerungsoptionen für je fünf weitere Jahre abgeschlossen worden. Am Programm ändert sich zunächst wenig, schließlich gibt es entsprechende Verträge, und „er ist gut gebucht“. Für den Herbst kommenden Jahres kündigt Klokow die erste große Produktion von „Mehr! Entertainment“ an, lässt aber offen, welches Musical es sein wird. Neben dem großen Saal hat seine Firma auch die beiden kleineren Theater im Admiralspalast gemietet, wird diese aber wahrscheinlich nicht selbst betreiben.

„Wir werden etwas für Wirbel sorgen“, kündigt Klokow mit Blick auf den Platzhirsch Stage Entertainment an: „Das Geschäft lebt auch vom Wettbewerb.“ Mit dem Admiralspalast betreibt Klokows Firmengruppe ihr sechstes Theater, die anderen Häuser stehen in Düsseldorf, Köln, Bochum und Bremen.

Mit dem neuen Betreiber endet eine Phase der Unsicherheit für den Admiralspalast. Falk Walter hatte im vergangenen Sommer Insolvenz anmelden müssen. Die Monatsmiete von 140000 Euro lasse sich nicht erwirtschaften, hatte Walter seinerzeit argumentiert. Wie hoch die Miete jetzt ist, wollte Klokow nicht verraten. Sie sei marktüblich, und bei sechs Theatern könne man Risiken besser streuen.

In der kommenden Woche soll der neue Theaterdirektor verkündet werden: Frans Dikmans. Ebenfalls ein alter Bekannter. Dikmans hatte die Entwürfe für die Sanierung gemacht, die von Stage nicht mehr umgesetzt wurden. Klokow: „Der kennt das Haus bestens.“

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