Google Doodle

Emil Berliner - der Mann, der die Schallplatte erfand

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Foto: picture-alliance / dpa / picture-alliance / dpa/Deutsche_Grammophon

Emil Berliner entwickelte Edisons teurem Phonograph weiter: Berliner erfand das wesentlich güngstigere Grammophon und auch die Schallplatte. Berliner machte Pop erschwinglich. Vor 160 Jahren wurde Berliner geboren, und daran erinnert Google mit einem Doodle.

Wer wie Emil Berliner mit seiner Erfindung den Grundstein für eine ganze Industrie legt, dem gebührt sicher zu Recht ein Google Doodle - der Suchmaschinenkonzern gestaltet regelmäßig zu mehr oder weniger wichtigen Anlässen das Logo auf seiner Homepage. Dieses Mal ist der Anlass der 160. Geburtstag von Emil Berliner, der am 1. Mai 1851 in Hannover geboren wurde.

Als Emil Berliner 1870 mit 19 Jahren in die USA auswanderte, deutete allerdings wenig auf seinen späteren Welterfolg hin. Der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Hannover, bastelte zunächst nur in seiner Freizeit an Erfindungen herum. Diese brachten ihm zunächst nichts ein, weshalb sich Berliner hauptberuflich mit Gelegenheitsarbeiten und als Buchhalter über Wasser hielt.

Seinen Durchbruch als Erfinder erlebte Berliner 1877. Für mehrere 10.000 Dollar verkaufte er an Edisons "Bell Telephone Company" ein von ihm selbst entwickeltes Mikrofon für Fernsprecher. Mit diesem Geld richtete sich Emil Berliner, sein eigenes Labor ein.

Fortentwicklung des Phonographen

Angeregt von T. A. Edisons Phonographen suchte Berliner nach Verbesserungsmöglichkeiten. Mit Edisons Walze waren Aufnahmen zwar geradezu ein Kinderspiel, jedoch war es teuer, davon Kopien in großer Stückzahl herzustellen. Emil Berliner suchte daher nach einem System, mit dem man eine Aufnahme beliebig oft und möglichst kostengünstig vervielfältigen konnte. Er änderte dafür den Winkel zwischen der Nadel und der Trägerfolie und erfand die Seitenschrift-Schallaufzeichung - auch Berlinerschrift genannt. Mit diesem Verfahren war es möglich, auch flache Tonträger abzuspielen. Die Schallplatte war geboren. Als Tonträger verwendete er zunächst eine kreisförmige, mit einer Wachsschicht versehene Zinkplatte.

Am 29. September 1887 meldete Berliner sein Patent in Washington an, am 8. November 1887 ließ er sich seine Erfindung auch beim Kaiserlichen Patentamt patentieren.

Vom Hartgummi zum Schellack

Zunächst wurden Schallplatten aus Hartgummi hergestellt. Die Nebengeräusche dieser Platten waren jedoch so stark, dass die Schallplatte sich zunächst nicht durchsetzen konnte. 1895 mischte Emil Berliner jedoch Schellack, Gesteinsmehl, Ruß und Pflanzenfasern zu etwas zusammen, aus dem schließlich die Schellackplatte entstehen sollte. Das Ergebnis überzeugte und so blieb dieses Material nahezu 60 Jahre führend in der Schallplattenindustrie.

Emil Berliner gründete zwischen 1883 und 1895 zwei Grammophon- und Schallplatten-Firmen in den Vereinigten Staaten, 1898 gründete Berliner die die Deutsche Grammophon Gesellschaft in Hannover. Sie war die erste Firma, die ausschließlich Schallplatten herstellte. Emil Berliner, Erfinder des Grammophons, der Schallplatte starb am 3. August 1929 in Washington D.C.

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( fbr )