Doodle

Google ehrt Vater der Genetik Gregor Mendel

Der Entdecker der Vererbungsregeln, Gregor Mendel, würde heute 189 Jahre alt. Google spendiert ihm aus diesem Anlass ein Doodle. Es begann alles mit dem Zählen von Erbsen.

Foto: picture-alliance / akg-images / picture-alliance / akg-images/akg

Jahrelang züchtete der unermüdliche Gregor Mendel Erbsen, seine bahnbrechenden Thesen blieben jedoch lange unverstanden und von seinen Zeitgenossen weitgehend unbeachtet. Heute findet man die Mendelschen Regeln in jedem Schulbuch und der Wissenschaftler und katholische Priester erfährt als Begründer der Genetik späte Anerkennung.

Der Bauernsohn wuchs in einem kleinen Dorf in Mähren auf konnte zunächst nicht einmal das Gymnasium zu besuchen, da sein Vater nach einem schweren Unfall arbeitsunfähig war. Der 1822 als Johann Mendel geborene Forscher (den Namen Gregor nimmt er erst nach seiner Priesterweihe an) richtete sich zunächst darauf ein, ebenfalls Bauer zu werden. Doch es sollte anders kommen: Sein Schwager übernimmt den Hof, und Johann tritt in das Augustiner-Kloster in Brünn ein.

Gregor Mendel studiert in Wien

Dort studierte er zunächst Theologie, Agrikultur und Botanik und wurde später zum Priester geweiht. Zwischen 1851 und 1853 studierte er an der Universität Wien zunächst Mathematik und Physik. Nach seinem Studium führte ihn sein Weg wieder zurück ins Kloster, wo er für die nächsten vierzehn Jahre unterrichtete. Er gilt als lebenslustiger und durchaus humorvollen Priester und Lehrer.

Im Kloster beginnt Gregor Mendel 1856 schließlich mit seinen Kreuzungs-Experimenten an Erbsen.

In der Landwirtschaft des 19. Jahrhunderts ist es eine zentrale Frage, wie bestimmte Merkmale von Pflanzen vererbt werden und Mendel machte sich daran, diese Frage genauer zu untersuchen. Dazu vollzog Mendel im Klostergarten über 10.000 Kreuzungsversuche und stellte dabei drei wesentliche Regeln der Vererbung auf.

Neben der Uniformität der Vererbung formulierte er die Regel von der freien Kombinierbarkeit der Merkmale. Die dritte Regel, die Dominanzregel, besagt, dass bei der Vererbung eines der beiden Merkmale immer dominant, das andere rezessiv ist. Alle früheren Versuche der Wissenschaft, die Vererbungsregeln zu ergründen, waren bis dahin gescheitert.

Die Wissenschaftler hatten angesichts der vielen einzelnen Merkmale, die von Generation zu Generation vererbt werden, keine passende Versuchsanordnung gefunden. Mendel war da erfolgreicher und ging einen ganz anderen Weg: Er konzentriert sich auf einzelne, leicht identifizierbare Merkmale wie Farbe und Form der Erbsen.

1865 veröffentlichte Gregor Mendel seine Ergebnisse in dem gerade mal 45-seitigen Aufsatz " Versuche über Pflanzenhybride ". Er enthält die berühmt gewordenen Mendelschen Regeln, die noch heute in jedem Biologiebuch stehen. Seine Erkenntnisse wurden allerdings lange weitgehend ignoriert oder stießen unter den Wissenschaftlern der Zeit sogar auf Ablehnung. So schickte er beispielsweise seinem berühmten Kollegen Charles Darwin ein Exemplar seiner Arbeit – allerdings fand man die später ungelesen in Darvins Nachlass.

Frustriert, krank und unbekannt

Frustriert gab Gregor Mendel daraufhin die Forschung ganz auf und wurde später zum Abt des Klosters ernannt. Seine letzten Lebensjahre waren durch verschiedene schwere Krankheiten geprägt. Als er am 6. Januar 1884 stirbt, ist er der wissenschaftlichen Fachwelt praktisch unbekannt.

Erst um 1900, rund sechzehn Jahre nach seinem Tod, entdeckte die Wissenschaft die Tragweite der Mendelschen Forschung. Seitdem gilt Gregor Mendel als derjenige, der die Grundlagen der Vererbungslehre entdeckte und als unumstrittener Vater der Genetik.