Comic

Das Buch "Auf den Spuren von Tim & Struppi"

Zum Jubiläum erscheint ein feines Buch. Der Autor Michael Farr hat das Archiv von des Comickünstlers Hergé gesichtet. Er zeigt alle Vorlagen für die Zeichnungen. Schon schön, wenn plötzlich im Alltag Tim und Struppi erscheinen.

Um die Wirklichkeit in einen Comic zu verwandeln, braucht man Material. Die Tintinologen wissen es längst: Hergé sammelte Zeitungsausschnitte, Fotos, Konstruktionsbilder, Journale. Und er übertrug kleinste Details in seine Zeichnungen. Manchmal dauerte es Jahre, bis ein Bild seine Entsprechung fand. Oder der Meister ließ sich von aktuellen Plakaten und Werbeslogans inspirieren.

Der Autor Michael Farr hat verblüffend viele Vorlagen für sein schönes Buch „Auf den Spuren von Tim &Struppi“ (Carlsen, Hamburg. 206 S., 35 Euro) gefunden. Das Haifisch-U-Boot in „Rackham der Rote“ stammt aus Deutschland, Professor Bienlein ähnelt dem Forscher Auguste Piccard, Bianca Castafiore trägt Pelzmode von 1960.

Man kann lange in diesem Buch blättern und hat ein doppeltes Vergnügen: Zu sehen, wie comicartig die Realität sein kann, und wie sehr sich Alltagsbilder ändern, wenn nur ein kleiner Hund und ein Junge in Knickerbockern darin auftauchen.