Doppelte Spannung bei der nächsten Oscar-Verleihung: Statt wie bisher fünf Filme sollen im nächsten Jahr zehn Streifen um den Hauptpreis buhlen. „Nach mehr als sechs Jahrzehnten kehrt die Akademie zu ihren Wurzeln zurück, als noch ein größeres Feld um den Top-Preis des Jahres kämpfte“, verkündete der Chef der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, Sid Ganis, vor der Presse in Los Angeles. Das Ergebnis bleibe jedoch dasselbe: Am Ende werde es nur einen „besten Film des Jahres“ geben.

Laut Ganis ermöglicht die Reform, künftig auch Dokumentarfilme, ausländische Filme oder Trickfilme für die begehrte Trophäe zu berücksichtigen: Bei zehn Nominierungen könnten auch „einige der fantastischen Filme“ dazu kommen, die häufig in den anderen Kategorien auftauchten, „aus dem Rennen um den Top-Preis aber 'rausgedrückt wurden.“

So wurde in diesem Jahr der Kassenschlager 2008, der Batman-Actionfilm „The Dark Knight“ zum Ärger vieler Fans ebensowenig nominiert wie der Animationsfilm „Wall-E“. Als bester Film ausgezeichnet wurde schließlich die in Indien gedrehte Tragikomödie „Slumdog Millionär“. Ganis räumte ein, dass die Kontroverse um „The Dark Knight“ bei der Entscheidung, die Nominierungen zu verdoppeln, durchaus eine Rolle gespielt hatte.

Nach Ansicht von Hollywood-Experten hoffen die Oscar-Veranstalter auch auf mehr Fernsehzuschauer bei der Verleihung der wichtigsten Filmpreise. „Wir wissen, dass die Leute die Oscar-Gala anschalten, um ihre Favoriten zu unterstützen – und zehn Nominierungen ziehen selbstverständlich mehr Fans an als fünf“, sagt Tom O'Neill von der Internetseite theenvelope.com der „Los Angeles Times“.

Bis in die 1940er Jahre durften mehr als fünf Filme um den Haupt-Preis konkurrieren. 1943 wurden zum letzten Mal zehn Streifen nominiert; Sieger war damals „Casablanca“ mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann in den Hauptrollen. Die 82. Academy Awards finden am 7. März 2010 statt.

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AFP/fp