Wir sind Oscar. Der Kurzfilm "Spielzeugland" hat gewonnen. Gemacht hat dieses feine Stück der Berliner Filmemacher Jochen Freydank. Der 14-minütige Low-Budget-Produktion ist ein Minidrama über Lügen und Verschweigen in der Nazizeit. Dem MDR sagte Freydank, er habe "ein bisschen Förderung" gehabt, doch das habe für einen historischen Film nicht gereicht. "Ich sage nur: drei Jahre betteln und fünf Tage drehen und keiner kriegt Geld." Das wird sich jetzt sicherlich ändern.
Freydank erinnerte an seine Kindheit in der DDR: „Hollywood war damals so weit entfernt von mir.“
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Bis wir zu den Hauptkategorien kommen, dauert es nicht mehr lange. Aus aktuellem Anlass also nochmal:
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Die beste Kamera gewinnt Anthony Dod Mantle für "Slumdog Millionaire", wieder gegen "Benjamin Button". Es hilft in dieser Kategorie immer, wenn man viel draußen fotografiert, mit glühenden Sonnenuntergängen und exotischen Kulissen.
Ben Stiller mit groteskem Bart und Sonnenbrille stottert als Ankündiger des Kamera-Oscars wirr herum und kaut Kaugummi. Er wandert hin und her, stiert, grummelt, "Slumdog" sei der erste Film, der mit dem Handy fotografiert wurde. Es ist eine Parodie auf Joaquin Phoenix, der letzte Woche so bei David Letterman aufgetreten ist. Der Schauspieler kaute Kaugummi und klebte ihn dann unter den Tisch, beantworte die Fragen nicht und wirkte ziemlich besorgniserregend durchgedreht.
Oscar Nummer 2 für "Der Seltsame Fall des Benjamin Button". Diesmal, das war ja eigentlich glasklar, für Make Up. Greg Cannom dankt dem Regisseur David Fincher, der ebenfalls nominiert ist. Wenn der später verlieren sollte, kann er zumindest sagen: Ihm sei ständig Tribut gezollt worden.
Erster Oscar für "Der Seltsame Fall des Benjamin Button". 13 Mal nominiert, jetzt der erste Oscar für die beste Ausstattung an Donald Graham Burt und Victor J. Zolfo. Burt dankt unter Tränen dem Regisseur David Fincher, der ebenfalls nominiert ist.
+++ 3.16 Uhr +++
Sarah Jessica-Parkers Dekolleté ist deutlich
too much
. Sie hat ihre Brüste wohl nicht bloß gequetscht, sondern vielleicht auch operieren lassen. Sieht nicht gut aus. Schwer vorstellbar, dass Carrie Bradshaw das passiert wäre.
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Bester animierter Film ist Pixars WALL-E! Weiter gehts mit dem besten Kurzfilm. Wir ersparen Ihnen nun das Aufzählen jedes einzelnen Oscars.
Die komplette Liste finden Sie hier.
+++ 2:59 Uhr +++
Dustin Lace Black gewinnt den zweiten Oscar des Abends für sein Drehbuch zum Film "Milk". Jetzt regnet es Oscars im Minutentakt. Nächste Kategorie: bestes adaptiertes Drehbuch. Gewonnen hat Simon Beaufoy für den Film "Slumdog Millionaire". Ist das der Anfang vom Siegezug des Indien-Films? Immerhin war "Benjamin Button" auch nominiert.
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Jubel im Newsroom. Der erste Oscar des Abends geht an: Penelope Cruz. Die Art und Weise der Verleihung ist allerdings neu. Fünf ehemalige Preisträgerinnen standen auf der Bühne, jede hatte eine Patin, die sie kurz, aber sehr warmherzig vorstellte. Das ist neu, das ist gut. Mehr davon! Penelope Cruz kämpft unterdessen mit den Tränen – und verliert. Schön.
Sie gewinnt für die Rolle der Spanierin in Woody Allens "Vicky Cristina Barcelona". Wir lieben sie natürlich besonders wenn sie auf Spanisch schimpft. Man versteht kein Wort und ist trotzdem entzückt. „Ist hier irgendjemand ohnmächtig geworden?“ fragte Cruz. „Denn ich könnte die erste sein“, erklärte sie weiter, um dann dem Regisseur zu danken. „Danke, dass du mir diese wunderschöne Rolle anvertraut hast. Danke, dass du all diese Jahre einige der tollsten Rollen für Frauen geschrieben hast.“Woody Allen war bisher nicht in der Show zu sehen, gut möglich, dass er nicht da ist. Bekanntermaßen tritt der Regisseur nicht eben gerne in solchen Shows auf - und er muss montags ja immer Klarinette in Manhattan spielen.
Mit Penelope Cruz wird eine junge Tradition fortgeführt, die für viel Kritik in den USA gesorgt hat - und die TV-Quoten abstürzen ließ. Cruz ist Europäerin. Im letzten Jahr gingen die wichtigen Preise fast alle nach Europa. Mit Tilda Swinton (Schottland), Javier Bardem (Spanien), Daniel Day-Lewis (England) und Marion Cotillard (Frankreich).
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Hugh Jackman hat die Preisverleihung eröffnet. Die ersten Lacher kommen schnell. Und dann setzt sich Hugh in eine "Wer wird Millionär"-Kulisse – und singt über die besten nominierten Filme. Er stellt Brad Pitt in verschiedenen Altersstadien vor, trägt Anne Hathaway auf Händen wie neulich Ursula von der Leyen. Ein Rockstar wird wohl nicht mehr aus ihm, aber sein Auftritt ist groß. Riverdanceparodie, Musical. We love it. Raunt hinterher "Ha Ha Ha". Und fragt: "War ich ein guter Nixon?" Jaaaa.




