20. Echo-Verleihung

Musikbranche feiert sich am Berliner Funkturm

Die 20. Verleihung des wichtigsten deutschen Musikpreises hat in Berlin begonnen. Beim Echo werden nationale und internationale Stars in 25 Kategorien geehrt. Lena, Bruno Mars, Amy Macdonald oder Shootingstar Adele sind dabei, und Ina Müller moderiert die Gala erstmals.

Der Echo ist einer der wichtigsten Musikpreise Europas und stets auch ein Treffen der Topstars aus der Branche. Zum 20. Mal wird die Trophäen in 25 Kategorien verliehen. Lena Meyer-Landrut und „Der Graf“, Sänger der Band Unheilig, gehörten zu den Favoriten des Abends: Siebenmal ist der Graf nominiert, Meyer-Landrut fünfmal. „Für mich ist es die erste Echo-Verleihung, bei der ich als Nominierter dabei bin“, sagte der Graf. Er sei unglaublich nervös. „Am meisten würde ich mich über den Preis für das beste Album freuen“, gibt er zu. Äußert aber auch Zweifel: „Auch wenn man so oft nominiert ist wie ich, kann es trotzdem passieren, dass man leer ausgeht“. Er erwarte nichts, dann könne er auch nicht enttäuscht werden. Auch Herbert Grönemeyer, Joy Denalane und Annette Humpe, Peter Maffay, Andrea Berg und Reinhard Mey sind zu Gast bei der Gala.

Aber nicht nur die deutschen Stars sorgen auf dem roten Teppich vor dem Palais am Funkturm für kreischende Fans. Die Band Take That, mit dem charismatischen Sänger Robbie Williams, der attraktive Hawaiianer Bruno Mars, die Schottin Amy Macdonald, Shootingstar Adele, der Ex-Aha-Frontmann Morten Harket und das englische Duo Hurts sind in Berlin dabei.

Moderiert wird die Show von Ina Müller. Sie sorgt bei ihrer Premiere als Echo-Moderatorin für „ein paar besondere Momente. Eine Comedy macht sie aus der Veranstaltung nicht. „Alle sollen respektvoll behandelt werden, Volksmusik und Schlager inklusive.“

Schon im Vorfeld der Verleihung des wichtigsten deutschen Musikpreises konnte der Macher Neuigkeiten verkünden. „Wir werden in den nächsten drei Jahren weiter mit der ARD zusammenarbeiten“, sagte Echo-Gründer Gerd Gebhardt. Der von seinen Freunden als „Echo-Vater“ bezeichnete 60-Jährige holte schon Größen wie U2, Tina Turner und Queen zur Preisverleihung. Und er erinnert sich an diverse außergewöhnliche Momente. „Zu den bewegendsten Augenblicken gehörte sicher der Auftritt von Hildegard Knef im Jahr 2000“, sagte Gebhardt. Sie wurde damals für ihr Lebenswerk geehrt. Die merkwürdigste Geschichte sei hingegen die mit der Schlange gewesen. Schlange? „1995 mussten Feuerwehrleute einen vier Meter langen Python samt Besitzer aus der zweiten Reihe des Publikums entfernen.“

In diesem Jahr freut sich Gebhardt besonders auf einen Gast: „Kulturstaatsminister Bernd Neumann soll zum 20. Jubiläum des Echos eine Rede halten.“ Im Gegensatz zu Echo-Debütant Neumann ist Robbie Williams ein absoluter Wiederholungstäter. Sieben Echos kann der britische Frauenschwarm bereits sein Eigen nennen. In diesem Jahr stellt er erst mit seinen Take-That-Bandkollegen (Gary Barlow, Mark Owen, Howard Donald und Jason Orange) den neuen Song „Kids“ vor. Und dann auf Solopfaden wandeln: Robbie Williams war 2011 wieder für einen Preis vorgeschlagen – als bester Künstler international.

Neben den musikalischen Gästen sind auch die Schauspieler Til Schweiger, Simone Thomalla und Gesine Cukrowski sowie Torhüter Jens Lehmann dabei. Dass der Echo beliebt ist, zeigte sich auch noch in einem anderen Zusammenhang: Die Tickets für die Veranstaltung waren nach nur zwölf Minuten ausverkauft gewesen.