Musikpreis

Peter Fox gewinnt Echo für Album des Jahres

Der Berliner Sänger Peter Fox hat mit seinem Album "Stadtaffe" am Abend in Berlin den ersten Echo gewonnen. Er setzte sich damit beim deutschen Musikpreis gegen Rammstein, Lady Gaga, Silbermond und Depeche Mode durch. Star der Gala war aber ein anderer Künstler.

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Robbie Williams gewinnt "Echo" in Berlin

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„Ich bin ein glücklicher Berliner. Danke, Deutschland, dass ihr mich unterstützt habt, obwohl ich in letzter Zeit nicht so toll für euch da war. Ich komme wieder, wenn ich besser tanzen und singen kann – und dünner geworden bin.“ Kreischalarm auf dem Messegelände. Robbie Williams, er begeistert die Fans immer noch wie zu seinen ganz großen Zeiten.

Williams wurde bester Künstler Rock/Pop international. Es ist sein siebter Echo. Er zeigte sich am Donnerstagabend von seiner humorvollen Seite: „Ich bin sehr, sehr müde. Die vielen Menschen und Lichter hier, das ist surreal“, sagte er zu Beginn. Was wir von seinem Auftritt erwarten können? „Nicht viel. Ich stell' mich da hin, singe und hoffe, dass ich mir den Text merken kann. Dann fahre ich sofort nach Hause und geh schlafen.“ In Wirklichkeit war seine Performance großartig – und noch in der Nacht, also wenige Stunden nach seiner Landung mit Privatjet in Schönefeld, wollte er nach Köln fliegen, wo er am Freitag ein Geheimkonzert gibt. Im Hotel Ritz Carlton hatte Robbie Williams nur eine Tagessuite bezogen. Lady Gaga holte in Abwesenheit gleich drei Trophäen.

Der Echo ist einer der wichtigsten Musikpreise Europas und immer auch ein Treffen der Topstars aus der Branche. Trotz der Wirtschaftskrise und stetig abnehmender Umsätze wurde die Verleihung am Abend in Berlin glücklicherweise nicht abgesagt. Die Feierlichkeiten wurden aber abgespeckt. Als Veranstaltungsort wählte der Gastgeber, die Deutsche Phono-Akademie, nicht – wie 2009 – noch einmal die teurer anzumietende O2 World (mit 10.000 Gästen), sondern ging zurück in die unglamouröseren Messehallen (mit 4000 Gästen). Auf der Pressekonferenz hieß es noch, es habe Terminschwierigkeiten mit der O2 World gegeben. Doch eine Sprecherin sagte Morgenpost Online: „Es wäre möglich gewesen. Wir hätten die Verleihung gerne ausgerichtet. Das Eishockeyspiel Berlin gegen Hannover haben wir erst vor sechs Wochen für Donnerstagabend Abend eingebucht.“

Berlin liebt den Echo

Der Andrang der Musikfans am violetten Teppich aber war unverändert groß, Berlin liebt den Echo. Im Rampenlicht stand neben Robbie auch Rihanna, R&B-Sängerin mit 45 Millionen verkauften Platten, die ein süßes Kompliment mitbrachte: „Berlin inspiriert mich. Die Leute hier sind cool und hip.“

Auch die Berliner Peter Fox und das Erfolgs-Duo „Ich + Ich“ (Adel Tawil und Annette Humpe) zogen große Aufmerksamkeit auf sich. Fox, 2009 von den Lesern der Berliner Morgenpost zum „Berliner des Jahres“ gewählt, erhielt einen Echo in der Kategorie „Album des Jahres“. Süß, wie er sich über die Trophäe freute! „Ich höre nicht auf, Musik zu machen“, sagte der Musiker, der nach seiner Solokarriere wieder mit der Band Seeed spielt.

„Ich + Ich“, am Abend zuvor noch mit einem Echo als „Erfolgreichstes Produzententeam“ ausgezeichnet“, schockten ihre Fans mit der Mitteilung, dass sie sich eine Auszeit nehmen. Annette Humpe, inzwischen 54 Jahre alt, wolle mal durchschnaufen und schauen, wie sich das anfühle, so ihr Manager Florian Fischer. Und Adel Tawil (31) werde ein Solo-Album machen und sich als Solo-Künstler etablieren. „Die beiden sind aber nach wie vor ein Herz und eine Seele. Wenn beide Lust haben, werden sie wieder gemeinsam auftreten.“

Gefeiert wurde die Sängerin mit der sanftesten Erotikstimme, Sade, auf der Bühne, mit ihrem Lied „Soldier of love“. Leider peinlich: Matthias Opdenhövel, Moderator des Abends, fragte den Megastar nach ihrem Auftritt doch glatt: „Welche Haarpflegeprodukte benutzt du eigentlich?“ Konsterniert schaute sie ihn an und sagte: „Ganz viele Sade-Produkte.“ Darauf Opdenhövel: „Davon brauche ich eine ganze Lkw-Ladung, dann klappt das auch bei mir wieder.“

Deutlich besser interviewte er Robbie Williams, entlockte ihm Privates: „Ach ja, eine Hochzeit. Okay, es wird eine geben, aber wir haben noch keinen Termin. Ich bin aber definitiv nicht mehr auf dem Markt“, sagte Williams, der nach einer Trennung wieder mit Schauspielerin Ayda Field zusammen ist. „Ach, ja. Ayda ist nicht da. Sie ist in Amerika. Sie sieht diese Sendung nicht. Also ihr könnt nachher alle zum Hotel kommen.“

Rapper Sido wurde seinem Ruf treu

Riesen-Jubel im Publikum, in dem auch Sandy Meyer-Wölden und ihr Freund Oliver Pocher saßen. „Es ist der erste Abend, den ich seit der Geburt unserer Tochter frei nehme“, ließ uns Sandy wissen. Und dass sie noch stille. Weil es gut fürs Kind sei und sie selbst schneller wieder schlank werde…

Später dann der Knaller: Ausgerechnet Pocher war gebeten worden, die Kategorie „Bestes Musikvideo“ auszuzeichnen. Er musste die Trophäe an Sido übergeben, den Rapper, den seine Sandy im Januar wegen Beleidigung in Köln auf 25.000 Euro Schmerzensgeld verklagt hat. Er hatte sie eine „Crack-Braut“ genannt. Der Rapper dankte beim Echo unter anderem seinem Anwalt und hielt danach den Mittelfinger in die Kamera.

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