Selten ist eine Filmszene so nah an der Wirklichkeit. Hauptkommissar Bruno Schumann (Christian Berkel) steht am Grab seines Kollegen Henry Weber (Frank Giering), der einen plötzlichen Herztod starb. Im Anschluss hält er im Polizeipräsidium eine knappe Ansprache. Nur kurz zuvor mussten Berkel und das Ensemble der ZDF-Serie „Der Kriminalist“ den wirklichen Tod ihres Schauspielkollegen Giering betrauern. Die Episode „Tod eines Begleiters“ verabschiedet an diesem Freitag (20.15 Uhr) die Figur und ihren Darsteller. Der Titel greift dabei sowohl den aktuellen Mordfall als auch den Tod des Kollegen auf.
Giering starb im Juni 2010, über die genauen Ursachen wurden damals keine Angaben gemacht. „Sein Herz hat aufgehört zu schlagen“, antwortet Kommissar Schumann, als Webers Nachfolger Max Winter (Janek Rieke) nach den Todesumständen fragt. Eine leise Reminiszenz an den verstorbenen Giering.
Vor der Kamera musste die Arbeit bald nach dem Tod des Schauspielers weitergehen, die Dreharbeiten für die neue Staffel der ZDF-Serie liefen. Auch den Ermittlern bleibt wenig Zeit für ihre Trauer. Am Morgen nach der Beerdigung werden sie zum Fundort einer männlichen Leiche gerufen.
Würdevoller Abschied
Am Tatort mit dabei ist Winter, der von der Kriminaldirektorin Kessler (Barbara Philipp) ausgerechnet am Vortag unmittelbar nach der Trauerfeier vorgestellt wurde. „Ein 'Guten Morgen' müsste doch wenigstens drin sein“, sagt er später zu seinem Chef. Winter ist sensibel genug, die Situation zu erfassen.
Das Opfer, Christoph Täubner (Daniel Roth), arbeitete für den Escort-Service von Daniela Zorn (Feo Aladag) und wurde ausschließlich von drei Stammkundinnen gebucht. Ein sexuelles Verhältnis zum Mordopfer streiten die Frauen aber allesamt ab. Als die Ermittler herausfinden, dass Täubner noch ein Appartement unterhielt, lässt sich der neue Kommissar Winter dort von einem Vermummten überrumpeln und niederschlagen.
Drehbuchautor Lorenz Lau Uhle und Regisseur Züli Aladag ist mit dem „Tod eines Begleiters“ ein würdevoller Abschied von Frank Giering gelungen. Sie verzichten auf Rührseligkeit und stellen dar, wie das Leben weitergeht, ohne die Trauer um einen Verstorbenen zu schmälern.
dapd/sei















