Auf dem Foto ist eine Hand zu sehen, die ganz tief in schwarze Haut greift. So tief, dass sich Finger und Körper zu eine Art wellenförmigen Skulptur verbinden. Ein Bild, das auch den Betrachter im wahrsten Sinne des Wortes "ergreift".

Die Aufnahme von Martin Kharumwa aus Großbritannien trägt den Titel "Itch". Sie gewann in der Kategorie "Abstrakt", einer von acht Bereichen des Sony World Photography Award für Amateure. Morgenpost Online präsentiert neben den nominierten Werken auch die nun feststehenden Gewinner. Unter allen Einsendungen ist zum Beispiel eine im Schlamm liegende Jungenfußballmannschaft zu sehen – lebensfroh und strahlend, ein in seinen Streifen versinkendes Gesicht eines Zebras, ein in seine Arbeit vertiefter Barbier oder ein hoch in der Luft tanzendes Paar.


Ebenso atemberaubend ist die Vorauswahl der Werke der Profis. Die Gewinner stehen noch nicht fest. In diesen Tagen entscheidet die Jury darüber. Sie besteht aus Magnum-Fotografen wie Elliott Erwitt, Bruce Davidson, Martine Franck – oder anderen Szene-Stars wie Nan Goldin oder Tom Stoddart.


Die Konkurrenz ist groß – in Zeiten der digitalen Fotografie, in der Fotos so schnell und einfach wie ein Augenaufschlag gemacht werden: Über 25.000 Amateure und über 45.000 Profis haben ihre Werke vorgelegt. Die Kategorien wie "Mode", "Menschen" oder "Sport" überschneiden sich bei beiden Gruppen, die der Profis sind um "Akt", "Fotojournalismus" und "Werbung" erweitert.

Kharumwa freut sich schon: Er darf vom 21. bis zum 25. April nach Cannes reisen. Mit viel Glamour und Pomp werden alle prämierten Bilder präsentiert. Die Sieger der Profifotografen werden feierlich bei einer großen Party am 24. April bekannt gegeben. Außerdem wird das "Foto des Jahres" gekürt – und neben Ruhm winken dem Ausgezeichneten 25.000 US-Dollar.

Kharumwa darf sich schon jetzt auf 5000 US-Dollar Preisgeld freuen. Für ihn gehört das Fotografieren schon seit jeher zum Leben: "Ich war schon immer der designierte Fotograf. Schon mit elf Jahren habe ich meine Geburtstagspartys fotografiert. Nun versuche ich Momente einzufangen, die mir nahe gehen."