Eine Beteiligung privater Fernseh- und Radiosender an den hat der Vorsitzende der Monopolkommission, Justus Haucap, ins Gespräch gebracht. Dadurch könnten die sinkenden Erlöse der Privatsender stabilisiert werden, sagte er bei einem Symposium des Verbandes privater Rundfunk und Telemedien (VPTR) in Berlin. Die Gebühren könnten über einen Fonds verteilt werden, der gesellschaftlich für wünschenswert erachtete Inhalte unterstützt.

Dadurch sei mehr Qualität im gesamten Rundfunk zu erwarten. „Der ordnungspolitisch größte Wurf wäre es, das Gebührenaufkommen im Wettbewerb zu verteilen“, meinte der Vorsitzende des unabhängigen Beratergremiums der Bundesregierung und Direktor des Instituts für Wettbewerbsökonomie an der Universität Düsseldorf.

Der Vorstandschef der RTL Group, Gerhard Zeiler, widersprach jedoch und meinte, dies sei nicht nur unrealistisch, sondern wäre auch grundsätzlich ein falscher Weg. Stattdessen sollte es eine Trennung in ausschließlich gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Anstalten geben und in werbefinanzierte Privatsender. Dies hätten andere Länder bereits beschlossen. Der Vorstandschef von ProSiebenSat.1, Thomas Ebeling, meinte dazu, er halte dies zwar für wünschenswert, aber kaum für realistisch.

Zeiler forderte eine Deregulierung, faire Marktbedingungen und einen konsequenten Schutz vor Piraterie. Damit könnten die Unternehmen die Zukunft meistern. Von Eingriffen ins Programm bei den Öffentlich-Rechtlichen halte er nichts, dort sei der Wettbewerb richtig. Zeiler geht davon aus, dass die Sender auf absehbare Zeit mit dem verringerten Werbeaufkommen auskommen müssen.

„Der Glaube, dass wir die verlorenen Werbeeinnahmen in den nächsten Jahren eins zu eins wieder aufholen werden und dies auch noch rasch, der ist auch bei den bekennendsten Optimisten nur selten vertreten.“

In diesem Zusammenhang bekannte sich Zeiler dazu, unabhängige Nachrichten insbesondere für jüngere Zielgruppen anzubieten – „auch wenn sie Geld kosten, auch obwohl sie zum Teil erheblich defizitär sind“. Nach Angaben Haucaps lag der Umsatz des Privatrundfunks mit rund 23.000 Beschäftigten im Jahr 2009 bei rund acht Milliarden Euro.

dpa/kami