Präsident George W. Bush werde an diesem Dienstag mit First Lady Laura Bush um 8.46 Uhr (14.46 MESZ) auf dem Rasen des Weißen Hauses eine Schweigeminute einlegen, hieß es am Montag in Washington. In jener Minute hatten vor sechs Jahren, ebenfalls an einem Dienstag, Terroristen den Nordturm des World Trade Centers mit einer Passagiermaschine gerammt und in Flammen gesetzt.

In New York läuten zur gleichen Zeit wieder die Kirchenglocken der Stadt, während Bürgermeister Michael Bloomberg bei einer Zeremonie im Zuccotti Park unweit von Ground Zero zum stillen Gedenken an die Toten auffordert. Danach dürfen die Hinterbliebenen ein letztes Mal wie in der Vergangenheit die Rampe in die Baugrube hinuntergehen und Blumenkränze für ihre Partner, Kinder, Geschwister oder Väter und Mütter niederlegen. Derweil werden die mehr als 600 Bauarbeiter kurzfristig ihre Arbeit einstellen, hieß es am Montag.

Mit einer Einladung an seinen Vorgänger Rudy Giuliani, der sich für das Amt des US-Präsidenten bewirbt, hat Bloomberg viele Angehörige verärgert. Giuliani soll bei der Gedenkfeier in New York die Namen von Toten verlesen. Viele Familien werfen dem Republikaner vor, politisches Kapital aus seiner Rolle als damaliger Stadtvater zu schlagen. Verbitterung über ihn herrscht vor allem in den Familien von Feuerwehrleuten. Sie machen Giuliani für die unzureichende Ausrüstung verantwortlich, die aus ihrer Sicht zum Tod unnötig vieler Feuerwehrmänner geführt habe.

Weitere drei Schweigeminuten folgen zu jenen Zeitpunkten, als vor sechs Jahren ein weiteres Flugzeug in das World Trade Center raste und die Zwillingstürme durch die Feuersglut schließlich nach einander in sich zusammensackten. 2750 Menschen wurden unter ihnen begraben. Bei der Terrorattacke auf das Verteidigungsministerium in Washington kamen wenig später 184 Menschen ums Leben. Eine vierte Maschine, deren Ziel vermutlich das Capitol in Washington war, stürzte in Shanksville (US-Bundesstaat Pennsylvania) mit 40 Passagieren an Bord ab.

DPA