Wissen contra News

"Galileo" greift die "Tagesschau" an

Foto: ProSieben Television GmbH/-- / DPA

Die Zeit von 20:00 Uhr bis 20:15 Uhr gehört traditionell der "Tagesschau". ProSieben könnte dies nun ändern. Der Sender verlängert seine Sendung "Galileo" um 15 Minuten und könnte der ARD viele Zuschauer wegnehmen.

Das ProSieben-Wissensmagazin "Galileo" riskiert vom Dienstag, dem 29. Mai, an das Fernduell mit der ARD-"Tagesschau". Der Münchner Privatsender verlängert die Sendezeit seiner werktäglichen Show von diesem Tag an um eine Viertelstunde von 20 auf 20.15 Uhr. Chefredakteur Tom Zwiessler will die Programmänderung jedoch nicht als Angriff auf die "Tagesschau" verstanden wissen. "Das ist nicht unser strategisches Ziel", sagt Zwiessler.

Zum Jahresbeginn verlegte ProSieben seine Hauptnachrichten von 20 Uhr auf den Vorabend um 18 Uhr, um der Sendung "Newstime" nach dem Boulevardmagazin "taff" mehr Zuschauer zukommen zu lassen. Diese Umprogrammierung habe sich bewährt, sagte Zwiessler. Was sich jedoch nicht bewährte: Die Lücke zwischen 20 und 20.15 Uhr ließ sich auch mit Sendungen wie "Germany’s next Topmodel - das Magazin" nicht schließen. Die Quoten blieben nach Marktanteilen im einstelligen Bereich.

Jetzt soll das Magazin "Galileo", das in der Regel um 19.05 Uhr beginnt, in der verlängerten Phase bis 20.15 Uhr der "Tagesschau" zumindest einige der begehrten jüngeren Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren abspenstig machen. Zwiessler plant nach eigenen Worten für den Zeitraum der letzten Viertelstunde "spektakuläre Galileo-XXL- Experimente mit Sogwirkung".

( dpa/oht )