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Modefotograf Irving Penn gestorben

Einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts, Irving Penn, ist gestern im Alter von 92 Jahren in seinem Haus in Manhattan gestorben. Das teilte sein Mitarbeiter Roger Krueger mit. Bereits 1958 wurde er in die Liste der zehn größten Fotografen der Welt aufgenommen.

Foto: Picture-Alliance / Photoshot / Picture-Alliance / Photoshot/dpa / Photoshot

Penns große Karriere als Fotograf begann mit einem Titelfoto für die Zeitschrift „Vogue“, das in der Ausgabe vom 1. Oktober 1943 erschien. Neben Modefotos und Porträts berühmter Persönlichkeiten wie etwa Marlene Dietrich, Alfred Hitchcock oder Ingmar Bergman fotografierte Penn in den 50er Jahren auch die Menschen von der Straße. „Er hörte nie auf zu arbeiten“, sagte sein langjähriger Freund Peter MacGill, in dessen Pace-MacGill Galleries in Manhattan die Arbeiten Penns zu sehen waren. „Er konnte sich immer wieder einem Thema zuwenden und sah es nie zweimal gleich.“

Penn testete immer wieder die Grenzen der Fotografie. Typisch für ihn waren aber Fotos, in denen er Personen im Studio in einer bewusst künstlichen Umgebung fotografierte. Nur so komme ihre wahre Natur zur Geltung, war Penn überzeugt. So fotografierte er Models, Prominente und Bewohner verschiedener Erdteile. Zwischen 1964 und 1971 vollendete er sieben solcher Projekte, die von Schlamm-Männern in Neu-Guinea bis zu Hippies in San Francisco reichten.

Aber nicht nur Menschen, sondern auch klassische Stillleben faszinierten Penn. So wandte er sich auch Objekten wie Zigarettenstummeln, verfaulendem Obst und weggeworfenen Kleidern zu. In einer Ausstellung 1977 im New Yorker Metropolitan Museum of Art zeigte er Bilder von Müll, den er auf den Straßen von Manhattan aufgesammelt und vor einem schlichten Hintergrund aufgenommen hatte. „Einen Kuchen zu fotografieren, kann Kunst sein“, erklärte er schon 1953 bei der Eröffnung seines Studios, in dem er bis in die vergangenen Jahre hinein arbeitete.

Penn jüngste Arbeiten waren Stillleben mit Keramiken, die er und seine Frau in Europa gesammelt hatten. „Sie sind so dynamisch und kraftvoll wie alles, was er in seiner 70-jährigen Karriere gemacht hat“, sagte MacGill. Am Donnerstag werden 13 Werke von Penn bei Christie's versteigert. Darunter ist auch „Guedras in the Wind“, ein Bild von zwei marokkanischen Frauen von 1971, dessen Wert auf 40.000 bis 60.000 Dollar geschätzt wurde. Im vergangenen Jahr wurde ein Penn-Foto, „Cuzco Children“ für 529.000 Dollar (360.000 Euro) versteigert.

Penn heiratete 1950 das Fotomodell Lisa Fonssagrives, die über Jahrzehnte sein Lieblingsmotiv war. Ein Bild von ihr von Penn wurde 2004 für 57.000 Dollar versteigert. Sie starb 1992. Irving Penn war der ältere Bruder von Filmregisseur Arthur Penn. Penn hatte einen Sohn mit Fonssagrives.