Malerei

Ex-DDR-Künstler Womacka mit 84 gestorben

Walter Womackas Ölgemälde "Am Strand" hing zu DDR-Zeiten als Kalenderblatt in tausenden Wohnungen. Jetzt ist der Maler im Alter von 84 Jahren gestorben. Einige seiner stark sozialistisch geprägten Werke sind noch heute öffentlich zu sehen.

Foto: dpa / dpa/DPA

Der Künstler Walter Womacka ist mit 84 Jahren gestorben. Er gehörte zu den führenden Malern der DDR und war ein herausragender Vertreter des sozialistischen Realismus. Womacka starb am Sonnabend in Berlin, wie der Vorstand des Freundeskreises am Sonntag bestätigte. Womacka litt schon seit Jahren unter gesundheitlichen Problemen.

Zu seinen bekanntesten Werken gehört das Ölgemälde „Am Strand“. Es hing zu DDR-Zeiten als Kalenderblatt in tausenden Wohnungen, wurde als Kunstdruck mehr als drei Millionen Mal reproduziert und erschien als DDR-Briefmarke in einer Auflage von zwölf Millionen. Am „Haus des Lehrers“ am Berliner Alexanderplatz ist bis heute sein riesiges Bildfries „Unser Leben“ zu sehen – mit 7 mal 125 Metern Europas vielleicht größtes Gemälde.

Wegen seiner systemkonformen Arbeiten galt Womacka in der DDR als „Staatskünstler“. 20 Jahre lang führte er als Rektor die Kunsthochschule Weißensee. Einer seiner heute bekanntesten Studenten ist Georg Baselitz. Von 1959 bis 1988 war Womacka zudem Vizepräsident des Verbandes Bildender Künstler in der DDR. In seiner 2004 erschienenen Biografie „Farbe bekennen“ verteidigte er den Mauerbau und die Stasi. „Mich beherrschen weder Trotz noch Altersstarrsinn, wenn ich erkläre: Das meiste, was ich tat, würde ich wieder tun. Ich war nicht nur Überzeugungstäter, sondern rechne mich auch zu den Wiederholungstätern“, schrieb er in seinem Vorwort. Der Fall der Mauer brachte ihm einen jähen Karriereknick.

1925 in Obergeorgenthal im heutigen Tschechien geboren, hatte Womacka zunächst eine Ausbildung als Zimmer- und Dekorationsmaler absolviert, ehe er in Weimar und Dresden Kunst studierte. Mit seinen farbenfrohen, oft großflächigen Arbeiten wurde er in der DDR schnell zu einem der populärsten Künstler. Auch sein Förderer Walter Ulbricht ließ sich von ihm porträtieren. Für das Außenministerium in Ostberlin entwarf er 1967 drei großformatige Wandbilder, die beim Abriss des Gebäudes 1995/96 vernichtet wurden. Sein riesiges Wandbild „Der Mensch, das Maß aller Dinge“ an der Außenfassade des einstigen DDR-Bauministeriums soll dagegen vor der drohenden Zerstörung gerettet werden. Die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte hat sich bereit erklärt, 360 einzelne Keramikplatten abzubauen und einzulagern, bis eine Ausstellungsmöglichkeit gefunden ist.