Viele außerhalb der Konzerthallen mögen es weder verstehen noch begreifen – aber das breit berlinernde Plappermaul Mario Barth trifft den Nerv seines Publikums. Er hat sich im Laufe seiner steilen Karriere vielleicht einige bildungsbürgerliche Feinde gemacht, aber er hat vor allem jede Menge Freunde, die über seine platten Plaudereien ungeniert und herzhaft lachen können.

Nachdem der Superlativ-Komödiant im vergangenen Jahr das Olympiastadion ausverkauft hat, steht er nun am Mittwoch Abend vor 12.000 Fans auf der Bühne der ausverkauften O 2 World. Auch Donnerstag und Freitag wird er vor längst ausverkauftem O 2 -Haus spielen. Barth feiert in Berlin Premiere mit seinem neuen, dritten Programm „Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch“. Eine gewaltige Quadriga formt das Bühnenbild, vor dem der bodenständige Comedian hin- und herscharwenzelt, um erneut aus seinem Leben – vor allem aber jenem seiner namenlosen Freundin, die er immer nur „die“ nennt – zu erzählen. Das Strickmuster ist bekannt. Aber wo Mario Barth draufsteht, ist eben auch Mario Barth drin.

Diesmal sind es vor allem eine zweiwöchige Bildungsreise nach Mallorca, ein längerer Aufenthalt in einem Schweizer Ayurveda-Wellness-Hotel und ein Flug zum Klitschko-Boxkampf nach New York, die Barth reichlich Stoff zum Schwadronieren geben. Und um dabei seine Freundin ordentlich durch den Kakao zu ziehen. Dieser Abend ist so etwas wie Verhaltensforschung auf niedrigstem Niveau, dafür mit hohem Spaßfaktor.

„Manchmal bin ich n’ Arsch“, sagt er grinsend. Und: „Manche glauben, ich spiel das hier oben.“ Nein, so sei er halt, bekennt er immer wieder und was er auch sagt, schallendes Gelächter lohnt es ihm. Seine Gefolgschaft scheint größer und größer zu werden. Mehr als zwei Millionen Menschen haben das vorige Programm „Männer sind primitiv, aber glücklich“ gesehen. Mehr als 1,2 Millionen Platten hat Barth verkauft. Sein Buch „Frau-Deutsch, Deutsch-Frau“ ging mehr als 1,9 Millionen Mal über den Ladentisch. Und seine Tourneetermine in diesem Jahr sind alle bereits ausverkauft. Übrigens auch die beiden Berliner Wiederholungskonzerte am 5. und 6. Mai kommenden Jahres. Für seinen Auftritt am 11. Dezember 2010 sind allerdings noch Karten zu haben.

Mit dem Mikrophon als einzigem Requisit hastet Mario Barth über die Bühne, dehnt die Worte bis an die Schmerzgrenze, albert sich bis unter die Gürtellinie und wieder zurück. Auffällig neu ist an diesem Programm, dass er nun des öfteren in seinen Erzählungen erkannt wird als der Herr Barth, mal von der Stewardess, mal vom Kellner im Hotel, mal auf dem Postamt, wo er erst Autogramme gibt, aber dann trotzdem den Ausweis hervorkramen muss, damit er sein Päckchen ausgehändigt bekommt. Mario Barth ist genau genommen der Proptotyp dessen, was man in den USA Comedian nennt. Er ist kein Witzeerzähler. Er erzählt witzige Geschichten. Ob alle darüber lachen können, sei mal dahingestellt. Das Publikum in der O 2 World jedenfalls tobt vor Vergnügen.