Das Leben ist zu kurz, um sich festzulegen. Sagt sich Richard Melville Hall alias Moby. Und wechselt musikalisch schon mal von Hardcore-Punk zu Ambient und von Rock zu Techno. Sogar Gospel kann vorkommen. Und wenn ihm Moby allein nicht reicht, dann bemüht er Pseudonyme wie Vatican Commandos, Barracuda, Voodoo Child oder The Pork Guys.

Dass Moby heißt wie er heißt, liegt an seinem Ur-Ur-Großonkel Herman Melville. Oder besser an dessen legendärem Roman „Moby Dick“. Der Nachfahr, der den Spitznamen schon als Kind bekam, schreibt aber lieber Songs als Bücher. 1990 erschien seine erste Single „Time's Up“, der Song „Go“ brachte ihm ein Jahr später den Durchbruch. International bekannt wurde der exzentrische Amerikaner mit dem Hit „Why does My Heart feel so bad“.

Experimentiert hat der Sänger, Instrumentalist und DJ bisher auf allen Alben und verbindet auch bei Konzerten schon mal rasend schnellen Hardcore-Techno („Thousand“) und verträumt-sehnsüchtige Melodien mit Ohrwurm-Charakter („Porcelain“, „Lift Me Up“). Während er auf dem Album „Hotel“ mit Modern Rock flirtete hielt er es auf „Last Night“ mit Dancefloor – und jetzt hat er schon wieder etwas ausprobiert: Bei „Wait For Me“, das in diesen Tagen erscheinen soll, hat sich Moby nach eigenen Angaben vom Regisseur David Lynch beeinflussen lassen. Es sei persönlicher geworden als die Vorgänger, sagt der Künstler, weniger eingängig und noch experimenteller – ein ruhiges, intimes Album, das sich Zeit für Melodien nimmt.

Wie das klingt, kann man heute im Heimathafen Neukölln erleben, wo Moby das neue Werk vorstellt. Ganz stilecht im Ballsaal mit Stuckdecke.

Heimathafen Neukölln: Saalbau, Karl-Marx-Str. 141, Neukölln, Tel:69515127. Dienstag, 23.06.09, 21 Uhr, nur noch wenige Restkarten (30,80 Euro)