1. So ein hübscher Akzent

Briten haben gelästert, Lena Meyer-Landrut singe seltsames Englisch. Und dieser Akzent! Entweder London-Slang oder irgendwie nördlich. So what. Liebe Briten, die Wahrheit lautet: Pop ist eine Kunstsprache und das Englische nur eine Ausdrucksform. Wir mögen das.


2. Bauchgefühl

Ihre Natürlichkeit ist oft gerühmt worden. Sie ist. Und Schluss. Mit erstaunlicher Vehemenz stolpert und wedelt das Mädchen sich durch alle Auftritte. Von Sinatra stammt die Erkenntnis: "It's the singer, not the song, that entertains you." Ja, sie hat das Auftreten gelernt. Aber ihr Können verdankt sie dem Bauchgefühl.

3. Bürgerliche Haltung

Gerade wurde Lena Meyer-Landrut 19 Jahre alt. Vielleicht ist die hier zu studierende Knickshaltung dann überholt. Unbeholfen ist sie jedenfalls nicht; ein bisschen Koketterie mag im Spiel sein. Manches deutet darauf hin, dass ihre Tiefstapelei sich wandelt. Das Rollenmodell junger Frauen prägt sie momentan ähnlich intensiv wie zuvor die Wunschvorstellung vieler Zuschauer von einer anständigen Casting-Show ohne beschädigte Seelen. Geht doch, sagt sie. Ganz leicht, sagt sie. Und wir sagen Dankeschön.

4. Wohin bloß mit Händen und Armen?

Nach links. Nach rechts. Immer in Bewegung. Sie wedelt die Arme beim Gesang wie in der Eurythmie-Gruppe im Kindergarten. Wird sie auf einem der zahlreichen Sofas im Fernsehen etwas Doofes gefragt, winkt sie mit der gewinkelten Hand ab. "Ach, lass doch." "Ich doch nicht." Mit dieser Teenagertechnik, einst in Schwimmbädern und Jugendklubs erfunden, wird sie die Europäer überlisten: natürlich hinreißend.

5. Bitte keinen Fußbruch!

Sie steht mit beiden Beinen auf dem Boden. Sicher wird es Angriffe geben. Da heißt es, allen Fouls auszuweichen. Eine Verletzung wie bei Michael Ballack wäre schrecklich. Der Song Contest soll keine Fußnote werden.

dw