"Kompletter Schrott"

Wettbewerb für Einheitsdenkmal

Der Gestaltungswettbewerb für das Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin ist ergebnislos abgebrochen worden. Die Jury, zu der unter anderen als Hauptinitiator die Deutsche Gesellschaft, aber auch das Bundeskanzleramt gehören, haben keinen der 540 eingereichten Entwürfe für überzeugend gehalten.

Es war ein gewaltiger Wettbewerb, doch alle 540 eingereichten Entwürfe für das geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin konnten die Jury nicht überzeugen. Ein Jury-Mitglied zu Morgenpost Online: "Ein Viertel der Entwürfe war kompletter Schrott, aber auch die restlichen drei Viertel genügen unseren Maßstäben nicht.“ Dennoch sollen die Modelle wie ursprünglich geplant ab dem 6. Mai im Berliner Kronprinzenpalais gezeigt werden.

Jürgen Engert, einer der Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft, sagte: "Das Denkmal darf kein Schnellschuss werden, sondern muss den inhaltlichen Maßstäben von Einheit und Freiheit sowie ästhetischen Maßstäben genügen.“ Nun wird über einen alternativen Zeitplan beraten.

Am 9. November, an dem ursprünglich der ausgewählte Entwurf bekannt gegeben werden sollte, könnte nun ein zweiter Wettbewerb eingeleitet werden, diesmal mit ausgewählten Architekturbüros als Einladungswettbewerb. Festgelegt ist allerdings noch nichts.

Aus Kreisen der Jury verlautete, dass die Naivität vieler Entwürfe „verheerend“ und „beschämend“ gewesen sei. Das Scheitern des Wettbewerbs weckt Erinnerungen an das Desaster des ersten Wettbewerbs für ein nationales Holocaust-Mahnmal Anfang der Neunzigerjahre. Offenbar seien offene Wettbewerbe ungeeigenet, so ein Sachkenner aus dem Umfeld der Initiatoren, überzeugende Denkmalsentwürfe hervorzubringen.