Personalien

Dirigent Zagrosek verlässt 2011 das Konzerthaus

Die Personalie ist schon seit Wochen bekannt. Lothar Zagrosek wird sein Amt als Chefdirigent des Konzerthausorchesters über das Jahr 2011 hinaus nicht verlängern. Nun hat das klärenden Gespräch mit Kultursenator André Schmitz stattgefunden. Was dabei herauskam, wird der Öffentlichkeit am heutigen Mittwoch mitgeteilt.

Nach der Ankündigung ist es eigentlich nur noch der Vollzug: Lothar Zagrosek wird sein Amt als Chefdirigent des Konzerthausorchesters über das Jahr 2011 hinaus nicht verlängern. Am Dienstag fand das klärende Gespräch mit Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz statt. Gleich darauf reiste Zagrosek zur nächsten Tournee ab. Der Dirigent möchte sich nicht zu dem Vorgang äußern. Das Verhandlungsergebnis soll heute offiziell seitens der Kulturbehörde verkündet werden.

Der eigentlich übliche Vorgang eines Chefwechsels war von Peinlichkeiten begleitet. Lothar Zagrosek, ein überaus sympathischer Dirigent, hatte seinen Rückzug bereits am 17. April offiziell mitteilen lassen und angekündigt, am folgenden Montag bei der Jahrespressekonferenz die Gründe dafür zu nennen. Aber am 20. April erklärte er auf dem Podium lediglich, dass nach seiner Rücktrittsdrohung André Schmitz ihn zu einem Gespräch eingeladen habe. Bis dahin sei Stillschweigen vereinbart. Geschwiegen hat bislang auch sein Orchester, das sich intern einen Wechsel an der Spitze wünscht.

Orchestersprecher Ernst-Burghard Hilse erklärte gestern, dass es "kein Zerwürfnis zwischen dem Orchester und seinem Chefdirigenten gäbe". Der Sachstand sei, dass es keine Verlängerung gibt. Was aber nach einer fünfjährigen Arbeitsphase nichts Ungewöhnliches ist. "Unsere Chefs, abgesehen von Kurt Sanderling, waren eigentlich nie länger da", so Hilse. Über die Gründe des Rückzugs von Zagrosek wollte der Konzerthausmusiker nichts sagen, weil darüber die beiden Verhandlungspartner Auskunft geben müssten. Für einen möglichen Nachfolger hätte das Orchester sowieso nur ein Vorschlagsrecht, so Hilse. Und: "Der Dirigentenmarkt gibt so wahnsinnig viel nicht her."