Burkhard Driest

Der Mann, der Romy Schneider betörte, wird 70

Er war ein Mann, der polarisierte - der Drehbuchautor, Schauspieler und Schriftsteller Burkhard Driest. Während er Romy Schneider vor laufender Fernsehkamera in seinen Bann zog, beschreibt seine Tochter ihn als "rund und plump und schräg, wie seine Nase".

Er hat sich als Bankräuber, Herzensbrecher und Verführer von Romy Schneider einen Namen gemacht. Der Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler Burkhard Driest ist ein Rebell und skandalträchtiger Lebemann. Heute wird er 70 Jahre alt. Inzwischen lebt Driest zurückgezogen auf Ibiza, widmet sich den Lehren des Buddhismus und dem Schreiben. Doch so beschaulich verlief sein Leben in jungen Jahren nicht.

"Sie gefallen mir, Sie gefallen mir sehr", hauchte ihm Romy Schneider auf dem Sofa in der Talkshow "Je später der Abend" im Jahr 1974 zu und legte ihre Hand auf seine. Dass die Schauspielerin vom Ex-Kriminellen Driest ganz verzaubert war, ging in die Fernsehgeschichte ein. Driest war eigentlich in die Sendung gekommen, um seinen ersten Roman "Die Verrohung des Franz Blum" (1974) vorzustellen. Darin verarbeitete Driest seine Zeit im Gefängnis. Er hatte drei Wochen vor seinem mündlichen juristischen Staatsexamen eine Bank überfallen, fünfeinhalbtausend Mark erbeutet und war zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Nach seiner Entlassung sorgte er weiter für Schlagzeilen, als ihn seine Kollegin Monika Lundi in den USA wegen angeblicher Vergewaltigung angezeigt hatte, wegen exzessiven Alkohol- und Drogenkonsums und nach seinem Auftritt mit Dolly Buster in der ARD. Driest blieb Zeit seines Lebens ein Bösewicht. Seine Tochter Johanna, die auch auf Ibiza lebt und 2005 mit 15 Jahren ihr Literaturdebüt "Crazy for Love" gegeben hat, beschreibt ihren Vater als "rund und plump und schräg, wie seine Nase".