Stieg Larsson war ein Idealist. Der Mann aus Umea am schwedischen Ende der Welt kämpfte ein Journalistenleben lang gegen den Rechtsextremismus, ohne Anspruch auf Geld und Gut und ohne Rücksicht auf persönliche Verluste.Allenfalls auf ein bisschen Ruhm schielte er, als er sich spät im Leben entschloss, Kriminalromane zu schreiben. Deren sagenhaften Erfolg jedoch erlebte er nicht mehr; 50-jährig starb er 2004 an einem Herzinfarkt.
Stieg Larsson war ein Idealist. Der Mann aus Umea am schwedischen Ende der Welt kämpfte ein Journalistenleben lang gegen den Rechtsextremismus, ohne Anspruch auf Geld und Gut und ohne Rücksicht auf persönliche Verluste. Allenfalls auf ein bisschen Ruhm schielte er, als er sich spät im Leben entschloss, Kriminalromane zu schreiben. Deren sagenhaften Erfolg jedoch erlebte er nicht mehr; 50-jährig starb er 2004 an einem Herzinfarkt. Die Kerze des Idealismus brennt an beiden Seiten.
Larsson war wohl ein Künstler wie er im Buche steht: Er hinterließ dreieinhalb Romanmanuskripte, aber kein rechtsgültiges Testament. Und weil er und seine langjährige Lebensgefährtin Eva Gabrielsson nie geheiratet hatten, fielen die Millionen Larssons Vater Erland und seinem Bruder Joakim erst in den Schoß und dann auf die Füße.
Denn unter den Hinterbliebenen entbrannte ein einigermaßen seltsamer Erbschaftsstreit - seltsam vor allem deshalb, weil er gewissermaßen im Schatten des Larsson'schen Idealismus geführt wurde, und das hieß: Eigentlich wollte ja keiner was.
Frau Gabrielsson lehnte eine von Vater und Bruder angebotene freiwillige Zahlung ab und wollte statt Barem lieber das Verwaltungsrecht am idealistischen Werk; Vater und Bruder wiederum ließen insofern mit sich reden, als der Bruder Interviews gab, in denen er einen rührenden Immaterialismus zur Schau stellte, zugleich aber auf die bitteschön ja wohl doch bestehenden Familienbande pochte. Geld ist eben auch dicker als Wasser.
Und jetzt? Meldet die schwedische Zeitung "Svenska Dagbladet" einigermaßen überraschend, dass man sich doch noch geeinigt hat. 20 Millionen Kronen - das macht 1,92 Millionen Euro - wollen Vater und Bruder der Lebensgefährtin überweisen, wohl ein Bruchteil dessen, was die bereits verfilmten Romane eingebracht haben. Doch selbst wenn sie mehr genommen (oder bekommen) hätte: Eva Gabrielsson müsste sich nicht schämen. Denn anders lautenden Vorurteilen zum Trotz, fällt das Gute zu tun mit Geld ein wenig leichter als ohne.





