Weltweite Umfrage

Berliner Philharmoniker zweitbestes Orchester

Wer spielt wirklich am besten? Das Klassik-Magazin "Gramophone" kürt in seiner Dezember-Ausgabe die Spitzen-Orchester der Welt. Dafür befragte es internationale Musikkritiker. Vier deutsche Orchester sind unter den 20 weltbesten Ensembles. Die Berliner Philharmoniker mussten allerdings ihren Spitzenplatz abgeben.

Die Berliner Philharmoniker sind nur noch die Nummer Zwei unter den weltbesten Orchestern. Das haben Musikkritiker beim Ranking des angesehenen britischen Klassik-Magazins „Gramophone“ entschieden. Die Berliner mussten diesmal ihren Kollegen vom Concertgebouw in Amsterdam den Vortritt lassen. Bewertet wurden Konzertprogramme, Tourneen und CDs. Der zweite Platz wird die Philharmoniker nicht grämen: Von jeher gibt es eine liebevoll gepflegte Konkurrenz zwischen den Berliner und den Wiener Philharmonikern sowie den Amsterdamern. Dieses Trio teilt sich auch diesmal die vorderen Plätze.

Nachdenklicher stimmt, dass einem britischen Fachmagazin das von Mariss Jansons geleitete Concertgebouw näher steht als die vom Briten Simon Rattle angeführten Philharmoniker. Mit dem Pfund des geadelten Landsmannes Sir Simon war demnach nicht zu wuchern.

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks erreichte Rang sechs, die Dresdner Staatskapelle Platz 10. Damit hat Deutschland – wie die USA – drei Orchester unter den Top 10. Unter den ersten zwanzig Gelisteten findet sich kein weiteres Orchester aus Berlin, auch nicht Daniel Barenboims Staatskapelle.

In dem Ranking, das in der Dezember-Ausgabe des britischen Fachmagazins veröffentlicht wird, erreicht das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Rang sechs, auf dem zehnten Platz liegt die Sächsische Staatskapelle Dresden. Damit hat Deutschland – genau wie die USA – drei Orchester unter den besten Zehn. Das Leipziger Gewandhausorchester wurde auf den 17. Platz gewählt.

Das Concertgebouw-Orchester in Amsterdam (Originalname: Koninklijk Concertgebouworkest) ist eins der traditionsreichsten Orchester Europas. Es wurde 1888 gegründet. Während der Amtszeit von Willem Mengelberg kam es zu Weltruhm als eines der virtuosesten Orchester der Zeit. Seine Nachfolger Eduard van Beinum, Bernard Haitink, Riccardo Chailly und der heutige Chefdirigent Mariss Jansons konnten seine Bedeutung unter den weltbesten Orchestern halten.

Zum 100-jährigen Jubiläum 1988 verlieh Königin Beatrix dem Orchester den Titel Königlich. Der außerordentlich runde Klang des Orchesters wird und wurde wesentlich geprägt durch seine Spielstätte (und Namensgeber), das 1888 eröffnete Amsterdamer Concertgebouw. Das Orchester spielt auch zeitweise an der De Nederlandse Opera, dem führenden Opernhaus der Niederlande.

In dem Magazin heißt es, die Auswahl der Orchester zeigte einen „Triumph des Charakters“. „Zu viele Musikkapellen haben heutzutage einen gleichförmigen und aalglatten Klang“, schreibt „Gramophone“- Herausgeber James Inverne. Das Concertgebouw zeichnete sich dagegen genauso wie das Chicago Symphony Orchestra (Platz 5), das Budapester Festival Orchestra (Platz 9) und die Dresdner Staatskapelle durch einen eigenen Charakter aus.

Über das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks schrieb der Dirigent Mariss Jansons: „Das Orchester ist nicht nur brillant – es hat überhaupt keine Schwächen. Sie sind ungeheuer spontane Spieler, sie spielen jedes Konzert als wäre es ihr letztes. Für mich als Dirigent ist es, wie einen Rolls-Royce zu fahren.“