Ich suche eine Wohnung. Damit reihe ich mich wunderbar in die Riege meiner Freunde ein, die derzeit alle auf der Suche sind. Nach einem Job, einem (neuen) Partner oder ebenfalls nach einer Wohnung. (Hiermit sei eine Freundin gegrüßt, die gleich alles drei sucht. Ich habe ihr geraten, zumindest zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und sich einen Makler zu angeln.)
Der Makler ist heute doch ohnehin so etwas wie der Bachelor. Alle wollen ihm gefallen, baggern an ihm rum und sind bereit, sich vor ihm auszuziehen. So gibt es Paare, die zur Wohnungsbesichtigung eine Pärchenmappe mitbringen. Mit einem Foto der beiden auf dem Deckblatt. Dazu ein unfassbar gut gelauntes Anschreiben.
In diesen Momenten denke ich gerne an meine WG-Suche vor ein paar Jahren zurück, als ich nach Berlin gezogen bin. Die erste Wohnung hatte den Vorteil, dass ich sie unter der Woche für mich gehabt hätte – allerdings hätte ich mich in der Zeit auch um die zwei Katzen, zwei Meerschweinchen und den Leguan meiner Mitbewohnerin kümmern sollen. In der zweiten Wohnung an der Köpenicker Straße wiederum hätte ich mir das Zimmer dauerhaft teilen sollen – mit rund 20 Hanfpflanzen.
Die dritte Wohnung im Bergmannkiez schien dann erst einmal perfekt, ebenso der potenzielle Mitbewohner – bis dieser anfing, von seiner Ex zu erzählen, die gerade ausgezogen sei, der aber noch fast alle Möbel gehören würden, so wie im übrigen auch die Wohnung, und dass er den Anblick des Küchentisches nicht mehr ertragen könne. Als er dann sagte, ich würde seiner Ex ja aber ein bisschen ähnlich sehen, habe ich unter dem Vorwand, ich müsste noch meine Katzen, Meerschweinchen und den Leguan füttern, das Weite gesucht.




