Neulich berichtete ein Bekannter stolz, dass er sich habe Katzenfutter liefern lassen, 100 Dosen, zum Sonderpreis. Der Trick: einen exakten Abgabetermin vereinbaren und die Lieferung minutiös verfolgen, damit dem Kurier keine Ausrede bleibt. 35 Kilo Katzenfutter, fünfter Stock, kein Lift. Meine Bandscheibe quietschte solidarisch.

Die digitale Welt spielt uns eine Alles-auf-Knopfdruck-schwerelos-Welt vor, die sich aber gerade in diesen Tagen materialisiert, auf dem Rücken lausig bezahlter Menschen, die unsere Krankenkassenbeiträge zu neuen Rekorden peitschen werden, wenn sie ihren Job überleben.

Denn bisweilen werden Kurierfahrer mit vorgehaltener Waffe zur Herausgabe von Päckchen gedrängt, bevorzugt in Smartphone-Größe. Bleiben die Kartons, eine offenbar nicht zu bewältigende Teilaufgabe. Andernfalls stünden die Pappkisten ja nicht im Originalzustand an der blauen Tonne. Neben der grünen stehen übrigens Flaschen, immerhin Buntglas. Manchmal denkt jemand mit. Leider selten zu Ende.

Wer um die Ecke kauft, fördert lokale Betriebe

Wie genau könnte die Botschaft lauten? Lieber Müllwerker, könnten Sie bitte den Karton in eine ihrer vielen freien Hände nehmen und unbürokratisch in ihren Laster feuern, der leider ein wenig entfernt parkt, weil da schon wieder ein Paketauto vor unserer Haustür steht?

Vielleicht handelt es sich auch um einen Stresstest für die Nachbarschaft: Wer die schwächsten Nerven hat, wird den Karton knurrend auseinanderreißen, in die Tonne treten und hinterher klaglos die Schnittwunden in den Fingern verpflastern. Neben der gelben Tonne stapeln sich übrigens Katzenfutterdosen, was die Ratten zu schätzen wissen.

Es gäbe da eine Lösung: Wer sein Katzenfutter im Tütchen beim Metzger kauft, anstatt daheim unentwegt die Paketverfolgung zu belauern, fördert die lokalen Betriebe, lernt Menschen aus seinem Viertel kennen, spart sich Kartons, mästet keine Ratten und hält Zweitereiheparker von den Straßen. Endlich Platz: Wir müssen noch ein paar Kartons ausladen.

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