Die japanische Pflanzenverpackungskunst im Garten hat mich schon immer inspiriert. Da jetzt aber so viele, unglaublich hässliche Produkte zur Pflanzenverpackung auf dem Markt sind, ist es mir ein Anliegen, eine schönere und auch natürlichere Variante vorzustellen. Für die Japaner ist es eine Kunstform, die nicht ganz winterharten Bäume und Sträucher in elegant arrangierten Gebilden aus Bambusstangen zu verpacken. Und auch dort spielt ein ganz gewöhnliches Naturprodukt eine zentrale Rolle: das Herbstlaub.
Ich lese ständig, man solle Stroh, Heu und andere Dämmmaterialien kaufen, um diese als Isolierung in von Jute oder Plastik umhüllte Töpfe zu stopfen. Ich bin sprachlos, denn haben wir nicht gerade bergeweise Laub in den Gärten zusammengeharkt und wissen nicht, wohin damit? Genau! Laub ist der beste und ohne Frage der kostengünstigste Isolierer, um unsere Trogpflanzen im Winter zu schützen. Man kaufe sich eine Rolle Hühnerdraht, so 50 bis 60 Zentimeter hoch, was sich natürlich zunächst nicht unbedingt sexy anhört.
Trockenes Laub als Pflanzenverpackung
Je nach Größe des Troges legen Sie nun einen Hühnerdrahtring um den zu verpackenden Trog und lassen etwa zehn bis 15 Zentimeter Luft zwischen Topf und Draht. Bei großen Töpfen mit einem Meter Durchmesser darf der Hohlraum zwischen Topf und Draht auch gut 25 bis 30 Zentimeter betragen. Wir verfahren bei unseren großen Oliventrögen so. Die beiden Hühnerdrahtenden werden dann zusammengenäht oder ineinander verbogen, so dass ein fester, geschlossener Ring entsteht. Zuletzt füllen Sie den Hohlraum komplett mit gemischtem Laub auf. Gemischt deshalb, weil manche Laubsorte schneller kompostiert. Wer also nur langsam verrottendes Rotbuchen- und Eichenlaub verwendet, erhält am Ende eine hübschere Konstruktion als derjenige, der nur schnell vergehendes Obstlaub einfüllt. Trockenes Laub ist besser als nasses. Das Laub meiner Eiche im Garten und das der Ebereschen des Nachbarn ergeben eine gesunde Mischung, die auch gut aussieht. Am schönsten sind natürlich rote Ahornblätter, die allerdings nicht jeder hat.
Beim Einfüllen des Laubes ist zu beachten, dass die verschiedenen Lagen regelmäßig fest angedrückt werden, damit die Laubpackung im Winter keinen Spielraum zum Nachsacken lässt. Sollte es sich bei der zu schützenden Pflanze um einen Stamm handeln, wie zum Beispiel der Palme und dem Baumfarn in meinem Garten, setzt man auf den ersten einen zweiten Drahtring und eventuell, je nach Stammhöhe, nach dessen Verfüllung noch einen dritten. Für den Amateur ist das allerdings nicht empfehlenswert, denn es handelt sich bei uns um ein Experiment, um zu beweisen, dass diese Pflanzen auch ohne beheiztes Zelt oder ähnliches den harten, deutschen Winter überleben.
Töpfe sollen unbedingt unten geschützt werden
Bei Ihren Trögen und Töpfen sollten Sie auch darauf achten, dass sie von unten geschützt werden, indem sie auf eine Laubschicht gestellt werden, die den direkten Bodenkontakt vermeidet. Toll ist diese Methode besonders für echte Terrakotta- und Tontöpfe, sie erleiden dadurch keinen Winterbruch und sehen im Frühjahr nach der winterlichen Blattkurpackung wie neu aus. Wichtig ist auch, dass die immergrünen Pflanzen, vor allem bei sanfteren Temperaturen, ab und an gegossen werden, denn sobald der Boden auftaut – und das kann um Weihnachten oder im Januar/Februar schon mal passieren –, braucht die Nadel oder das Blatt Wasser für die Fotosynthese.
Wer das Laub richtig stopft, wird feststellen, dass der Hühnerdraht mehr und mehr in den Hintergrund tritt, indem sich die Blätter in ihrem Gefängnis arrangieren. Probieren Sie es einfach mal, und Sie werden staunen, wie viel Laub Sie pro Trog brauchen, da passt richtig viel hinein, und im Frühjahr kann diese Laubpackung – stark kompressiert – auf den Kompost, welcher bis zum Herbst dem Anhäufeln der Rosen dient.
P.S. Möglichst keinen grünen Hühnerdraht verwenden, der sieht mit braun-rot-gelbem Laub nicht schön aus.


