Seit letzter Woche weiß ich es und alle Zeitungsleser auch, dass die 5-Millionen-SKL-Show Günter Jauchs künftig verboten ist, weil man in der Sendung ein Glücksspiel bewirbt, die Zuschauer also wie ein Dealer dazu verführt, sich in einer vorgegaukelten Glückserwartung (5 Millionen Euro) arm und dämlich an Losen zu kaufen und sie dem Ruin zutreibt.
Auch ich sitze also, der ich das von Anfang an sechs Jahre lang mitgemacht habe, in einem Boot mit dem gepflegten älteren Herrn, der (längst verboten) mit sonorer Stimme und gereimt Glücksmomente beschrieb: „Wenn einem also derart Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert.“ Und TV-Zuschauer so zu haltlosen Säufern machte.
Oder mit jenem Altkanzler, der im Fernsehen kettenrauchend und auch noch schnupfend lauter schlaue und unabhängige Gedanken knarzend von sich gibt, so dass unbedarfte Zuschauer denken könnten, Rauchen mache altersweise. So was ist alles nicht politisch korrekt, ich weiß, ich weiß, lieber Papa Staat!
Nun ist es richtig, dass die Wahrscheinlichkeit, ein großes Los zu ziehen und auch noch von fünf Promi-Paten die nötigen richtigen Antworten zu bekommen, relativ gering ist. Statistisch gesehen wird man eher ermordet, als einen Sechser im Lotto zu haben. Eine echte Alternative zwischen Hoffen und Bangen. Aber Sinn der Sendung war wohl mehr, sich schadenfroh auch darüber zu amüsieren, jedenfalls als Zuschauer, dass einer wie ich nicht wusste, was eine Flex ist. Ich war als Nichtheimwerker entlarvt.
Oder dass ein Fußball keine zwei Kilo wiegt, das hielte selbst Ballack im Kopf nicht aus! Dass Günter Jauch mich süffisant „den Professor“ nannte, hatte das Ziel, mich der eventuellen Blamage auszusetzen, ich hielte Hamlet für eine amerikanische Steakhauskette und Schiller für einen badischen Rosé-Wein. Und Aftershave für eine ungewöhnliche Sexualpraktik Charlotte Roches.
Vor dieser oder einer ähnlichen Blamage bin ich künftig sicher – wie die neun Millionen Zuschauer, die sich sonst aus purem Jux und guter Laune bei der SKL an Losen kaputt und elend gekauft hätten.





