Es ist wieder so weit. Am heutigen Donnerstag beginnen die 73. Berliner Filmfestspiele. Für elf Tage ist die Stadt dann wieder im Ausnahmezustand. Endlich. Denn die letzten beiden Jahre waren corona-bedingt nur traurige Sparausgaben. 2021 gab es nur ein digitales Branchentreff im Winter – und ein Publikums-Event im Sommer, in spärlich ausgelasteten Open-Air-Kinos, 2022 immerhin schon wieder ein bisschen Normalbetrieb, aber die Kinos durften nur zur Hälfte besetzt werden, und Partys fielen komplett aus.

Die Berlinale könnte nun wieder, wenn alles gut geht, „normal“ verlaufen wie in präpandemischen Zeiten. Überall wird man momentan zu Partys eingeladen, und auch die Stars reisen wieder an, auch international, und sogar, wie die Festivalleitung versichert, mit großen Teams.

Nun muss nur auch das Publikum zurückkommen. Durch Corona haben die Kinos im Schnitt ein Drittel ihres Publikums verloren. Gerade junge Menschen und Familien haben noch mehr als zuvor das Streaming gelernt. Es ist zu hoffen, dass Premieren mit prominenten Gästen einen anderen Anreiz schaffen. Der sich dann womöglich auch auf den regulären Kinobetrieb überträgt.

Und dann muss sich auch die Stadt noch freuen auf „sein“ Festival. Auch das scheint nicht mehr ganz so sicher. Der Friedrichstadt-Palast, wo sonst die Berlinale Special Premieren stattfinden, renoviert dieses Jahr just zur Festivalzeit. Hat das Haus keine Lust mehr auf die Berlinale? Das Festival hat sich deshalb auf die halbe Stadt verteilt. Aber die U2 pendelt noch immer, und auch der S-Bahn-Tunnel ist nicht ganz rechtzeitig zum Festivalstart wieder offen. Das wird eine Berlinale der langen Wege. Schade, dass die Stadt sich nicht auf das Festival eingestellt hat. Aber irgendwie auch wieder typisch Berlin.