Die Bayern – man muss es einfach sagen – haben den Bogen raus, was das Feiern betrifft. Natürlich lassen sie in ihrer Vertretung im Regierungsviertel auch die Weihnachtszeit nicht verstreichen, ohne Christkind-Kompetenz zu demonstrieren. Jedenfalls aus Sicht der CSU war es ja auch tatsächlich ein „durchaus erfolgreiches Jahr“ für Bayern, wie es der eigens aus München angereiste Staatssekretär Franz Josef Pschierer formulierte.
Erst bei der Landtagswahl die absolute Mehrheit zurückerorbert, bei der Bundestagswahl eine Woche später schon wieder mehr als 50 Prozent geholt - und jetzt in den Koalitionsverhandlungen auch noch die Pkw-Maut durchgesetzt. Keine Frage, da feiert es sich daheim – und erst recht in Berlin – gleich noch mal so schön Advent. Die Landesvertretung hatte dafür eine „besinnliche Stunde“ mit jungen Künstlern aus dem Allgäu auf die Beine gestellt – der Heimat des neu im Kabinett angekommenen CSU-Entwicklungsministers Gerd Müller.
So bekamen die zahlreich vertretenen internationalen Gästen des Diplomatischen Corps eine Ahnung davon, wo die Welt in Deutschland möglicherweise noch ein bisschen heiler sein kann als in Großstädten wie Berlin. Vorausgesetzt, dass man musizierende Kinder, die sich freiwillig in Vereinen zusammenschließen, um gemeinsam Lieder an Harfe, Klarinette, Harmonika und Alphorn einzuüben, als Gradmesser dafür nehmen will.
Neujahrskonzert am Gendarmenmarkt
Da war es schade, dass mit Christine Haderthauer ausgerechnet die Gastgeberin des Abends in Terminnöte geraten war und in München blieb. Als Staatsministerin für Bundesangelegenheiten und Leiterin der Bayerischen Staatskanzlei ist die Vertretung an der Behrenstraße ja ihre politische Bühne in der Hauptstadt. Haderthauer dürfte allerdings durchaus geneigt sein, diese künftig zu nutzen. Immerhin gilt sie in Bayern neben Ilse Aigner und Markus Söder als dritte mögliche Nachfolgerin des Ministerpräsidenten Horst Seehofer. In Berlin unterstützt sie der neue Bevollmächtigte beim Bund Anton Hofmann, der Emilia Müller abgelöst hat. Und wo die Bayern gerade so in Festlaune sind, bittet Seehofer mit Frau Karin am 15. Januar zum Neujahrskonzert des Bayerischen Staatsorchesters ins Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Mal sehen, ob er es weiß-blau anstrahlen lässt.


