Bereits am vergangenen Wochenende hat man bei der CDU mit dem Aufbau des weißen Zelts vor der Parteizentrale in Tiergarten begonnen. Damit auch ja alles rechtzeitig fertig ist für den großen Wahlabend. Am Sonntag entern 2500 Gäste das Gebäude, um Punkt 18 Uhr die Prognosen der Wahlforscher entgegen zu nehmen. Auf dem Speiseplan: Buletten, Gulaschsuppe und Zwiebelkuchen.
Deftiges also, schließlich kann es eine Zitter-Nacht für die Partei werden. Von der Aussagekraft der Hochrechnungen wird abhängen, wie schnell Parteichefin Angela Merkel dort auftritt, um den Wahlausgang zu kommentieren. Angesagt haben sich neben Filmregisseur Volker Schlöndorff und „Angie“-Fan und Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder auch Finanzminister Wolfgang Schäuble, die Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, Annegret Kamp-Karrenbauer und Horst Seehofer.
Bei der SPD ist die Tradition der Wahlpartys nicht ganz so ausgeprägt. Man bittet ab 16.30 Uhr wieder zum „Wahlabend“ ins Willy-Brandt-Haus. Vor vier Jahren war das eine trostlose Veranstaltung, was nicht nur daran lag, dass wenig Wert auf Kulinarisches gelegt wurde. Eine Wahlparty ist immer nur so gut wie das Gesamtergebnis der Partei, die sie veranstaltet. Berlins SPD-Spitzenkandidatin Eva Högl, die im Wahlkreis gute Chancen hat, macht jedenfalls lieber eine eigene Feier im Lindengarten am Nordufer.
Die Bundes-Grünen waren so optimistisch, für Sonntag die 3500 Menschen (!) fassende Columbiahalle anzumieten. Sollten am Ende doch nur die prognostizierten zehn Prozent herauskommen, könnte die extrem schnell leer sein – oder sich in einen Schauplatz von Depression und Massakerstimmung verwandeln, wie es bereits heißt.
Die FDP darf man zu der Entscheidung beglückwünschen, nicht wieder den „Römischen Hof“ gebucht zu haben. Das hätte doch Assoziationen zur „spätrömischen Dekadenz“ geweckt, die Guido Westerwelle einst beklagte. Man trifft sich nun im Kongresszentrum bcc am Alexanderplatz. Als prominenten Gast können die Liberalen zwar keinen Regisseur, aber immerhin einen Schauspieler aufbieten: Bruno Eyron. Er hat den FDP-TV- und Radiospot gesprochen.























