Mittag mit...

Yakov Hadas-Handelsman - israelischer Botschafter

Alexandra Kilian trifft sich jeden Mittwoch mit einer Persönlichkeit zum Lunch. Diesmal, zum Start ihres zweimonatigen Stipendien-Aufenthalts in Tel Aviv, den israelischen Botschafter im „Borchardt“.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Wie oft sind Sie selbst in Israel?

Einige Male im Jahr. Ein Vorteil ist, dass der Flug von Berlin nach Tel Aviv nur knapp vier Stunden dauert.

Wie steht die junge Generation dort zu Deutschland?

Deutschland und Israel sind durch die Shoa für immer verbunden. Die junge Generation in Deutschland ist aber nicht für das verantwortlich, was geschehen ist. Sie trägt heute die Verantwortung dafür, dass die Erinnerung lebendig bleibt und dafür, dass die deutsch-israelischen Beziehungen einzigartige Beziehungen bleiben.

An der Heidelberger Universität gibt es ab sofort einen Israel-Studiengang. Wie groß ist das Interesse auf der israelischen Seite?

Alle israelischen Universitäten haben seit langem Kooperationsabkommen mit deutschen Universitäten. Im kommenden Jahr wird nun das erste deutsch-israelische Studienprogramm mit einheitlichem Magisterabschluss zwischen der Ben-Gurion-Universität in Beer Sheva und der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg eröffnet. Das Interesse ist auf beiden Seiten groß.

Gerade hat der israelische Finanzminister Yair Lapid die vielen Auswanderer in die deutsche Hauptstadt kritisiert.

Viele dieser jungen Leute kehren nach Israel zurück, reicher an Erfahrungen.

Was könnte Berlinern im Gegenzug an Tel Aviv gefallen?

Tel Aviv ist – wie Berlin – jung und modern und multikulturell. Außerdem haben wir das Meer. Ich glaube, dass das Medienbild in Deutschland die Realität in Israel nicht immer widerspiegelt. Jeder, der einmal in Israel war, kann bestätigen, dass das Leben der Menschen dort nicht vom Nahostkonflikt bestimmt wird. Klar, unsere Situation unterscheidet sich von der Deutschlands. Aber wir haben ja auch andere Nachbarn als Deutschland.