Mittag mit...

Sarojini Seeneevassen-Frers - Diplomatin aus Mauritius

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: © JÖRG KRAUTHÖFER

Alexandra Kilian trifft sich jeden Mittwoch mit einer Persönlichkeit zum Lunch. Heute mit Sarojini Seeneevassen-Frers, Botschafterin von Mauritius. Es gibt: Spekulatius und Kaffee.

In Port Louis sind gerade 25 Grad.

Aha. Ja. Aber ich vermisse das nicht. Mein Job hier ist interessant. Genauso, wie er es in Port Louis war. Und wenn man richtig arbeitet, achtet man sowieso nicht so auf das Wetter.

Wann sind Sie denn in die Diplomatie gegangen?

Ich bin eigentlich Meeresbiologin, habe in Kiel studiert, als Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), und dann in der Forschungsabteilung des Ministeriums für Fischerei in Mauritius gearbeitet. Fünf Jahre, bis mir das Beamtentum nicht mehr passte. Es war mir alles zu langsam, da habe ich gekündigt und andere Sachen gemacht. Unter anderem geheiratet und einen Sohn bekommen.

Der jetzt mit Ihnen seit 2010 in Berlin lebt?

Er ist jetzt 25, lebt hier sein eigenes Leben, er ist sogar hier geboren. Mein Mann war Deutscher. Komisch, dass der Weg einen immer wieder dahin führt, wo man weggegangen ist.

Sie haben in Schwäbisch Hall angefangen, am Goethe-Institut. Wie erlebt man da Deutschland?

Ich war 18 und von einer da kaum bekannten Insel. Es war schwer, aber man überlebt.

Aber Sie wurden willkommen geheißen?

Ja, das Goethe-Institut hatte Erfahrung mit ausländischen Studenten und war gut organisiert. Auch der DAAD hat sehr unterstützt.

Wie empfinden Sie Berlin?

Es ist eine wunderschöne Stadt. Ich lebe in Schöneberg. Zehn Minuten zu Fuß von hier. Oft spaziere ich einfach durch den Tiergarten, durch die Museen, über den Kudamm. Am Tegeler See esse ich gern Fish & Chips. Ich bin bald drei Jahre hier, dann endet mein Vertrag. Doch weil es noch viel zu tun und entdecken gibt, werde ich die Verlängerung annehmen.

Ist Berlin also zur Heimat geworden?

Eine Heimat würde ich nicht sagen, dazu fühle ich mich zu sehr als Mauritierin. Aber ich fühle mich auf jeden Fall sehr wohl hier, auch und besonders durch meinen Sohn. Mein Sohn hat mir auch kürzlich einen Enkelsohn geschenkt. Von daher möchte ich auch noch bleiben. Mindestens ein Jahr brauche ich noch für Berlin, um etwas zurückzulassen.

Was wollen Sie denn zurücklassen?

Es muss Konkretes passiert sein zwischen Mauritius und Deutschland: bilateral, technisch, wirtschaftlich – und freundschaftlich.