Zu Mittag mit

Martin Lisson - Küchenchef des Hotels Ritz-Carlton

Foto: Amin Akhtar

Jeden Mittwoch trifft Alexandra Kilian einen Menschen der Stadt zum Lunch. Heute: Martin Lisson, Küchenchef des Hotels Ritz-Carlton. Es gibt: Wasser.

Wollen Sie gar nichts essen?

Nee, ich habe die ganze Zeit gekocht und abgeschmeckt. Ich trinke dafür.

Wie war es denn, für US-Präsident Barack Obama zu kochen?

Der Grund, warum Sie heute hier sind, ist, dass ich Ihnen meine neuen Würstchen vorstellen wollte.

Und wenn Sie mir zuerst verraten, wie es mit Obama war?

Ich habe das immer so gehalten, egal, wo ich gearbeitet habe, dass ich nicht darüber spreche, wer Gast war.

Vom Dalai Lama haben Sie mir erzählt.

Ja, aber nicht, was ich dem gekocht habe.

Geehrt fühlt man sich trotzdem, oder?

Ja, ich habe mich auch geehrt gefühlt. Das war eine tolle Sache. Das ganze Team fand es beeindruckend. Hier wurde eine große Maschinerie aufgezogen.

Wurde denn die ganze Küche nach oben in die Präsidentensuite verlegt?

Nein, das Hotel und der Betrieb liefen normal weiter. Und die Küche ging hier unten raus. Die Organisation während des Besuchs ist gut gelaufen, besser hätte es nicht sein können. Kennen Sie eigentlich jemanden, der Restaurantleiter bei uns werden will?

Nur jede Menge, die selbst Restaurantleiter suchen. Was passiert denn?

Nichts, worüber man sprechen könnte.

Schon wieder nicht? Ganz schön streng. Also reden wir jetzt über die Wurst?

Ja! Ich habe Merguez exklusiv für uns herstellen lassen. Von einem Betrieb in Michendorf. Probieren?

Na klar!