Man kann diesen Film wahlweise als Trittbrettfahrt auf dem Zug der erfolgreichen Superheldenfilme sehen. Oder als Parodie darauf. Oder aber man genießt ihn einfach als puren Trash, mit Stars in schrägen Auftritten, aber auch mit ziemlich unappetitlichen Splatter-Einlagen. Nicht umsonst trägt „The Toxic Avenger“ auf den Plakaten das Suffix „Unrated“. Behaupte niemand, er habe nichts gewusst!

Als Loser in den Topf gefallen, mit Supermächten rausgekommen

„The oxic Avenger“ handelt von keinem übernatürlichen Superman vom anderen Stern. Oder einem Milliardär, der sich ein Fledermausequipment finanziert. Sondern von einem Underdog und Ausgestoßen, der von allen kleingemacht wird. Und auch noch kleinwüchsig ist.

Winston Gooze (Peter Dinklage, der Star aus „Game of Thrones) ist ein einfacher Hausmeister, der den Dreck anderer wegkehren muss und als alleinerziehender Vater sich und seinen Sohn Wade (Jacob Tremblay aus „Raum“ und „Wunder“) mehr schlecht als recht über die Runden bringt. Als eines Tages direkt neben ihnen die Nachbarin bedroht wird, hilft er nicht. Und rät seinem Sohn, er solle lieber wegschauen. Worauf er auch noch dessen Achtung verliert.

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Aber dann kündigt ihm der arrogante Konzernchef Bob Garbinger (Kevin Bacon) und bringt ihn um seinen letzten Lohn. Als Gooze daraufhin aus lauter Verzweiflung in seiner ehemaligen Firma einbricht, fällt er aus Versehen, mitsamt Putzfeudel, in einen giftgrün brodelnden Kessel voller Atommüll. Und klettert als völlig entstellte Kreatur wieder heraus.

Nicht mal der eigene Sohn erkennt ihn und hat Angst vor dem Monster. Dafür hat „Toxie“ nun übernatürliche Kräfte. Erst recht sein ätzender Feudel. So entlädt sich lang angestaute Unterdrückung und Wut. Die Kreatur rächt sich. An all den Bösen, die ihm und seinesgleichen das Leben schwer machen.

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The Toxic Avenger
Vor der Mutation: Gooze (Peter Dinklage) mit seinem Sohn Wade (Jacob Tremblay).© capelight | capelight

Den „Toxic Avenger“ gab es schon lang vor dem Comic-Blockbuster-Boom. Es ist ein Reboot des gleichnamigen Kultfilms von 1984, der es auf drei Fortsetzungen, eine Trickfilmserie und ein Musical brachte. Nun wird „Toxie“ reaktiviert. Das ist garantiert nicht jugendfrei. Da werden Körper zerfetzt, es rollen buchstäblich Köpfe. Eine anarchische Kampfansage an alles Böse, aber auch an den guten Geschmack.

Die Stars kratzen dabei mit Lust an ihrem Image. Kevin Bacon spielt den Oberfiesen eitel und schmierig, Elijah Wood dessen Bruder – kaum zu erkennen, wie eine Parodie auf Danny de Vitos „Pinguin“ in „Batman“. Dinklage gibt zwar den Ausgestoßenen, nicht aber das Monster. Das übernimmt dann mit Luisa Guerreiro eine Frau.

Horror, USA 2025, 103 min., von Macon Blair, mit Peter Dinklage, Jacob Tremblay, Kevin Bacon, Elijah Wood