Gut eine Woche, bevor die Messe „Innovation for All“ – früher Internationale Funkausstellung (IFA) – am Freitag eröffnet wird, wurden am Donnerstag die Schwerpunkte der diesjährigen Tech-Messe unter dem Funkturm in Charlottenburg vorgestellt. Im Jahr eins nach dem 100-jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr liegt der Fokus in diesem Jahr bei Künstliche-Intelligenz-Anwendungen (KI) und Haushaltsrobotern. IFA-Geschäftsführer Leif Lindner sagte, Künstliche Intelligenz sei in diesem Jahr „das unsichtbare Betriebssystem der IFA“. „KI verändert gerade die Art, wie wir denken, wie wir arbeiten, wie wir miteinander kommunizieren. Und auf der IFA wird KI mehr oder weniger überall erlebbar sein.“
Demnach werden Anwendungen Künstlicher Intelligenz und innovative Haushaltsroboter künftig in einem smarten Zuhause eine tragende Rolle spielen. Auf diese beiden Trendthemen würden zumindest viele Aussteller der IFA setzen, hieß es. Das Marktforschungsunternehmen NIQ beobachtet zur IFA, dass Roboter immer stärker den Alltag im Haushalt übernehmen: „Staubsauger, Fensterputzer, Rasenmäher – alles wird automatisiert.“ Vor allem Hersteller aus China drängen der NIQ-Analyse zufolge mit kurzen Innovationszyklen und aggressiver Preisstrategie auf den Markt. Besonders Fensterputz- und Mähroboter seien stark im Kommen.
Besucher können beispielsweise moderne KI-unterstützte Backöfen begutachten. Diese erkennen vorhandene Zutaten, können Rezepte vorschlagen oder das Programm für die optimale Zubereitung auswählen. Sie sind auch in der Lage, präzise die Garzeit zu kalkulieren.
Rasenroboter erkennen Igel im Gras
Bei der ersten Generation der Mähroboter mussten die Begrenzungen des Gartens und Hindernisse auf der Rasenfläche noch aufwendig durch Begrenzungskabel signalisiert werden. Moderne Mähroboter benötigen das nicht mehr und finden mit Hilfe von KI selbstständig heraus, wohin sie sich bewegen dürfen. Sie sind auch in der Lage, Tiere auf dem Rasen, etwa einen Igel, in Ruhe zu lassen und zu umkurven. Im „Smart Home“ erkennen Saugroboter dank einer Kamera mit KI-Analyse, dass ein Schnürsenkel auf dem Wohnzimmerteppich nicht eingesaugt werden sollte.
Neben KI und Robotik sei Nachhaltigkeit das dritte Top-Thema der IFA, sagte Lindner. Die Messe reagiert damit auf einen Branchentrend. Experten schätzen, dass aufbereitete Gebrauchtgeräte („refurbished“) bei Smartphones aktuell einen Marktanteil von rund zehn Prozent ausmachen. Die Marktforscher von NIQ sagen, die Kombination von Händlergarantie, neuem Gehäuse und geprüfter Technik schaffe für viele Käufer eine echte Alternative. „Das Thema trifft den Nerv von Nachhaltigkeit, Preisbewusstsein und einer neuen Konsum-Ethik.“
Die Highlights der Messe
Die Highlights der Messe
- Künstliche Intelligenz (KI): Zentrale Rolle in Produkten und Vorträgen: von Smart Home über Wearables bis zur Automatisierung
- Nachhaltigkeit & Green Tech: Fokus auf ressourcenschonende Materialien, Energieeffizienz und zirkuläre Elektronik
- Smart Mobility & E-Mobility (The Track): Live-Teststrecke für E-Bikes, E-Scooter und smarte Verkehrslösungen auf dem Messegelände
- Gaming & Creator Economy: „Games Ground x IFA“ mit Indie-Games und E-Sports sowie der „IFA Creator Hub“ für Content-Profis
- Smart Living & Beauty Tech: Vernetzte Technologien für Küche, Bad und Garten sowie Innovationen im Bereich Skincare & Wellness
Professionelles Studio für Influencer im Palais am Funkturm
Nach 100 Jahren steht die Abkürzung IFA nicht mehr für „Internationale Funkausstellung“, betonte Lindner, sondern für „Innovation For All“. Dabei gehe es nicht nur darum, Produktneuheiten zu präsentieren, sondern Trends, Marken und andere Inhalte für ein breites Publikum zu inszenieren.
Für die junge Generation bietet die IFA in diesem Jahr den Stars der sozialen Medien, den Influencern, bessere Arbeitsbedingungen. Direkt am Haupteingang, im Palais am Funkturm, können Influencer und Content Creators aus professionellen Studios streamen und eine Bühne für Live-Formate nutzen. Die IFA selber beschäftigt in diesem Jahr im Rahmen der Messe fünf eigene Influencer, um deutlich stärker die sozialen Medien beliefern zu können. Neu ist auch ein „Mobility Track“, auf dem E-Bikes, E-Roller und auch Drohnen getestet werden können. Dieser Outdoor-Bereich befindet sich direkt neben der Halle 6.1. Ebenfalls im Freien wird der wachsenden Nachfrage nach Outdoor Cooking und Gardening Rechnung getragen. Die entsprechenden Anbietet präsentieren sich zwischen Halle 18 und dem Sommergarten.
1900 Aussteller aus 139 Ländern werden erwartet
Neu ist auch der „Beauty Hub“. Dort dreht sich alles um Fitness und Digital Health. Einem stark wachsenden Markt, wie Lindener sagte. Präsentiert werden in Halle 17 Healthcare-Produkte, Sportprodukte und Accessoires. Der IFA-Chef sagte, dass man 180.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche verkauft habe und damit auch ausverkauft sei. Erwartet werden etwa 1900 Aussteller aus 139 Ländern. Um die IFA noch mehr in die Stadt zu tragen, wurden in Zusammenarbeit der dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) 25.000 Hotelkarten mit dem IFA-Logo bedruckt.
Den Sound der IFA findet man laut Lindner im „Herzen der Funkausstellung“, dem Sommergarten. Den Auftakt am 4. September machen die Deutschrock-Sängerin Deine Cousine, Evil Jared und Krogi sowie Sorvina, Danilo Timm und Anne West. Am Sonnabend, 5. September, treten Joy Denalane und Max Herre auf. Am Sonntag steht Ikkimel zusammen mit Gästen auf der Bühne im Sommergarten. Der Auftritt der Rapperin ist mit über 10.000 Tickets bereits ausverkauft. Das Programm endet am Montag mit Jan Böhmermann und Olli Schulz und ihrem Podcast „Fest & Flauschig“. Die Tickets für die Konzerte und Shows beinhalten jeweils auch den IFA-Eintritt an einem beliebigen Tag.
Es wird empfohlen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen
Die Tagestickets kosten 19,50 Euro, ermäßigt 12 Euro, Kinder bis 15 Jahren haben freien Eintritt. Die Öffnungszeiten sind von 10 bis 18 Uhr, am Eröffnungstag ab 12 Uhr. In unmittelbarer Nähe zur Messe Berlin stehen nur begrenzt Parkplätze zur Verfügung, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird dringend empfohlen. Als Haltestellen bieten sich die Stationen Messe Süd, Messe Nord/ICC und Kaiserdamm an, erreichbar sind mit der S3, S5, S7, S75 und S9, der U2 oder per Bus erreichbar.
mit dpa



