Es war sozusagen ein geniales Abfall-Produkt der Klimawandelforschung. Als die US-Weltraum-Agentur Nasa vor zehn Jahren zwei Beobachtungsstationen für die Messung von Kohlendioxid (CO2) ins All schickte, stellten die Wissenschaftler nach kurzer Zeit fest, dass die beiden „Orbiting Carbon Observatories“ auch das komplette Pflanzenwachstum auf der Erde messen.

Ein Segen nicht nur Landwirte, die plötzlich hochauflösende Karten an die Hand bekamen, die wichtige Vorhersagen über Ernteerträge oder Dürren möglich machten. Das 750 Millionen Dollar-Projekt, einmal als eigenständiger Satellit, einmal an der Internationalen Raumstation angebracht, gilt unter Experten weltweit als Juwel.

Trump will Hightech-Satelliten aus dem All holen – und ihn verglühen lassen
Vor zwei Jahren ergab eine Überprüfung der Nasa, dass die von dort gelieferten Daten „von außergewöhnlich hoher Qualität sind”. Man empfahl, die 15 Millionen Dollar Betriebskosten pro Jahr verursachende Mission, für mindestens drei Jahre fortzusetzen. Aber nicht mit Donald Trump.
Seit Amtsantritt ist seine Regierung an allen Fronten darum bemüht, die Daten-Grundlagen für eine seriöse Beurteilung klimaschädlicher Treibhausgase auszuradieren. Trump hält die globale Erderwärmung für Schwindel. Investitionen in eine „grüne” Industrie- und Energiepolitik sind ihm ein Graus. Was sein Vorgänger Joe Biden hier geleistet hat, wird, wo immer möglich, rückabgewickelt.

Darum ist es nicht verwunderlich, dass unter Trumps Leitung die CO2-Beobachtungsstationen außer Dienst gestellt werden sollen; wobei der eigenständige Satellit nach der Demontage in der Atmosphäre verglühen würde. David Crisp, ein Nasa-Wissenschaftler, der die Mess-Instrumente entwickelt und die Mission bis zu seinem Ruhestand geleitet hat, berichtet in US-Medien, dass er von Nasa-Mitarbeitern mit entsprechenden Fragen konfrontiert wurde.
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Trump will Kohlendioxid-Wächter aus dem All holen – Entsetzen bei Klimaforschern
Die Kongress-Abgeordnete Zoe Lofgren, ranghöchste Demokratin im Ausschuss für Wissenschaft, Raumfahrt und Technologie des Repräsentantenhauses, ist entsetzt: „Die Streichung von Mitteln oder die Einschränkung des Betriebs von Erdbeobachtungssatelliten wäre katastrophal und würde unsere Fähigkeit, Unwetter und Klimakatastrophen vorherzusagen, zu bewältigen und darauf zu reagieren, erheblich beeinträchtigen.”
Dagegen steht die generelle Haltung der Regierung, die der einflussreiche Haushalts-Direktor Russell Vought bereits als Mitverfasser der Projekt 2025-Studie der Heritage-Stiftung formuliert hat, die als Blaupause für die Trump-Administration gilt. Danach „erfordert der Klimafanatismus der Biden-Regierung eine gesamtstaatliche Umkehr”.
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Das bevorstehende Aus für die Kohlendioxid-„Wächter” im All fügt sich nahtlos ein in eine Reihe von Entscheidungen, die unter Klimawandel-Experten Kopfschütteln ausgelöst haben. So wurden bei der Wetterbehörde NOAA Hunderte Wissenschaftler entlassen, die sich um Ursache und Konsequenzen des Klimawandels kümmern. Eine Datenbank, in der seit über 50 Jahren alle Informationen über Mega-Stürme, große Fluten und andere extreme Wetter-Phänomen festgehalten sind, wird eingestellt. Die Umweltbehörde EPA hat verfügt, dass Treibhausgase nicht mehr als gesundheitsschädlich eingestuft werden dürfen.



