Die Frage der Rechtmäßigkeit des umstrittenen Polizeieinsatzes in einem linken Wohnprojekt an der Rigaer Straße 94 in Friedrichshain wird vor Gericht entschieden. Der Anwalt des Vereins „Freunde der Kadterschmiede“, Lukas Theune, bestätigte der Berliner Morgenpost, in den kommenden Wochen Klage beim Verwaltungsgericht einzureichen. „Damit wollen wir die Rechtswidrigkeit des Einsatzes feststellen lassen“, so Theune. Bis zu einem Urteil könne es aber ein bis zwei Jahre dauern, hieß es.

Protestzug wegen Rigaer Straße

Der Demonstrationszug startete am Wismarplatz.
Der Demonstrationszug startete am Wismarplatz.© Reto Klar | Reto Klar
Die Demonstranten protestieren gegen Polizeieinsätze rund um die von Autonomen bewohnten Häuser in Friedrichshain.
Die Demonstranten protestieren gegen Polizeieinsätze rund um die von Autonomen bewohnten Häuser in Friedrichshain.© Reto Klar | Reto Klar
1800 Polizisten waren im Einsatz.
1800 Polizisten waren im Einsatz.© Reto Klar | Reto Klar
Anfangs verlief die Demonstration friedlich.
Anfangs verlief die Demonstration friedlich.© Reto Klar | Reto Klar
Die Demonstranten wollten ursprünglich nis zum Ostbahnhof ziehen.
Die Demonstranten wollten ursprünglich nis zum Ostbahnhof ziehen.© Reto Klar | Reto Klar
Die Bewohner der Rigaer Straße 94 hatten an der Fassade Transparente mit Parolen angebracht.
Die Bewohner der Rigaer Straße 94 hatten an der Fassade Transparente mit Parolen angebracht.© Steffen Pletl | Steffen Pletl
Linksautonome mit Bengalos auf einem Hausdach an der Rigaer Straße
Linksautonome mit Bengalos auf einem Hausdach an der Rigaer Straße© Reto Klar | Reto Klar

Der Verein hatte die Räume der „Kadterschmiede“ im Seitenflügel des Hauses seit Jahren für einen linken Szenetreff genutzt. Der Eigentümer ließ die Flächen vor einem Monat freiräumen, die Polizei hatte die Arbeiten auf seinen Wunsch abgesichert. Laut einem Urteil des Berliner Landgerichtes wäre dafür aber ein Räumungstitel erforderlich gewesen. Da der Eigentümer diesen nicht hatte, sei die Aktion rechtswidrig gewesen, so die Richterin. Die Rechtmäßigkeit des Polizeieinsatzes war nicht Gegenstand des Verfahrens. Darüber wird nun das Verwaltungsgericht entscheiden müssen.

In einer Sondersitzung des Innenausschusses zweifelte am Donnerstag neben der Opposition auch die SPD die Rechtmäßigkeit der Räumung an. Ungewohnt deutlich kritisierte sie Innensenator Frank Henkel (CDU) und damit den Koalitionspartner. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Torsten Schneider, warf Henkel vor, die Innenpolitik „verschlafen“ zu haben.