Morgenpost-Tasting Spezial

In fünf Drinks um die Welt

| Lesedauer: 7 Minuten
Susan Choi und Robbert de Wildt sind das Team von „Mr. Susan“.

Susan Choi und Robbert de Wildt sind das Team von „Mr. Susan“.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Im Februar liefert Ihnen die Bar „Mr. Susan“ in Mitte das Morgenpost-Tasting als Spezial nach Hause.

Susan Choi ist in ihrem Leben viel herumgekommen. Geboren in Deutschland als Tochter koreanischer Eltern, Umzug nach Los Angeles in ein Viertel mit vielen Mexikanern, Studium in New York und schließlich Berlin. Hinzu kommt ein holländischer Bartender – und fertig ist die bunte Mischung an Kulturen, die das „Mr. Susan“ an der Krausnickstraße in Mitte einzigartig macht. Vor zweieinhalb Jahren hat Choi ihre erste eigene Bar in der Nähe des Hackeschen Marktes eröffnet. Ihre zuvor gesammelten Erfahrungen beim Street Food Thursday in der Markthalle Neun in Kreuzberg flossen dabei genau so ein wie ihre Herkunft. Neben Cocktails gibt es im „Mr. Susan“ auch Kimchi, eingelegte Jalapeños oder Perlzwiebeln – wenn auch derzeit nur im Onlineshop zum Genießen für zu Hause. Für das Morgenpost Tasting haben Susan Choi und Robbert de Wildt fünf Drinks gegen das Fernweh kreiert. Trinkend geht es mit ihren Bottled Cocktails um die Welt. In der Box enthalten sind außerdem ein Tasting-Reisepass, ein QR-Code für eine passende Playlist und verschiedene Gar- nishes zum Dekorieren und selber basteln. „Ein bisschen Spielspaß neben dem Trinken“, sagt Susan Choi. „Obwohl nur trinken natürlich auch Spaß macht.“

Die Reise beginnt in New York mit einem Cosmopolitan in der „Mr. Susan“-Version. Der Drink, der Ende der 90er-Jahre durch die Kultserie „Sex and the City“ populär wurde, tauchte 1934 erstmals in einem Cocktailbuch auf und wurde ursprünglich mit Gin, Himbeersirup, Zitrone und Cointreau gemixt. Erst Ende der 80er-Jahre entstand die Abwandlung mit Wodka und Cranberry, die Carrie, Miranda, Charlotte und Samantha in den Bars des Big Apple literweise konsumierten. Genau wie die berühmten Serienheldinnen beim gerade verkündeten Comeback ist auch der Cosmo erwachsener geworden. Bartender Robbert de Wildt kehrt zum Gin zurück und rührt ihn mit einem hausgemachten Kirsch-Limetten-Sirup auf Eis und serviert ihn anschließend straight up in einer Cocktailschale. Der Drink schimmert blutrot und ist damit dunkler als sein Nineties-Pendant, die Nase ist sauer-fruchtig, der erste Schluck dann sauer-herb und weniger süß als erwartet. Der Brooklyn Gin mit seinen kräftigen Wacholdernoten ist präsenter als ein Wodka, der beim Cosmopolitan geschmacklich sonst kaum ins Gewicht fällt. Trinkt man die Drinks in der vorgeschlagenen Reihenfolge, eignen sie sich auch perfekt als Dinnerbegleitung, sagt de Wildt. Der fruchtig-frische Start wäre somit ideal als Aperitif.

Der zweite Drink führt in Robbert de Wildts Heimat Amsterdam. „Der Holland House ist ein Underdog unter den Klassikern“, erklärt er. Erfunden von dem deutschen Bartender George Kappeler im gleichnamigen Hotel in New York, um noch einmal die Brücke zum Vorgänger zu schlagen, und basierend auf Genever. Genever? „Der Vorgänger des Gins war im 18. Jahrhundert die meist exportierte Spirituose der Welt“, erklärt der Experte. „Heute nutzt ihn kaum noch jemand – außer die Holländer.“ Die Engländer klauten die Idee eines Wacholderschnapses und erfanden den Gin. „Weil wir aber ein bisschen nerdy sind, gibt es bei uns Genever statt Gin.“ Der wird mit Maraschino-Kirschlikör, Zitrone und Wermut mit Eis geshaked und ohne serviert. Zu Hause am besten alle Drinks im Eisfach lagern, sagt de Wildt. Die Besonderheiten der „vergessenen Spirituose“ offenbaren sich dann schon direkt beim herantastenden Schnuppern. In seiner Malzigkeit ähnelt der Genever einem Whisky und hat dennoch die Frische des Wacholders. Süß, säuerlich, rauchig, herb bleibt der Holland House dann auch am Gaumen.

Endlich in die Wärme geht es mit dem Royal Belize Boat Club – eine Abwandlung des klassischen Royal Bermuda Yacht Clubs. Die Besonderheit: Der Copalli Rum, den Robbert de Wildt mit Grapefruit und Falernum mixt, besteht nur aus Zuckerrohr, Hefe und Regenwasser, das direkt auf einer Farm im mittelamerikanischen Regenwald aufgefangen wird. Im Glas schmeckt das ledrig und trotzdem sommerlich frisch dank umrahmender Zitrusaromen und leichter Bitternoten. „Urlaub zum Trinken“, findet Robbert de Wildt. Wem das noch nicht reicht, der bekommt von Susan Choi ein Cocktailschirmchen und einen Origami-Fisch als Dekoration in Eigenbau dazu. „Wir freuen uns, wenn die Leser uns ihre Ergebnisse bei Instagram schicken“, sagt sie und amüsiert sich sichtlich über ihr gelungenes Exemplar. Schließlich kommt auch hier zu Hause etwas Eis zum Servieren zum Einsatz. „So kann jeder ein bisschen Bartender spielen“, sagt Susan Choi. „Aber natürlich ist es auch erlaubt, den Drink einfach aus der Flasche zu trinken.“

Der nächste Drink ist eine Margarita – aber natürlich nicht im alt bewährten Sinne. Der Zwischenstopp ist Mexiko, genauer gesagt Oaxaca im Süden des Landes, Heimat des Santa Pedrera Mezcals. Den verwendet Robbert de Wildt statt Tequila und erzeugt damit eine differenzierte Aromenvielfalt aus Rauch, Fruchtigkeit und Mineralität. Ermöglicht wird das durch die Espadin-Agave, die auf der „Espiritu Corsa“-Ranch in Palenque seit Generationen zur traditionellen Mezcal-Herstellung verwendet wird. Ebenfalls überraschend: Der Drink ist klar durch den Einsatz von Zitronensäure statt frischem Limettensaft. Den Rand ziert statt Salz die typisch mexikanische Tajin-Gewürzmischung aus Chili und Limette, die bereits dem ersten Schluck ein Extra an Säure und Schärfe verleiht. Insgesamt ist die „Mr. Susan“-Santa-Margarita weniger süß als sonst üblich. „Weil der Drink relativ stark ist, lässt er sich gut zu einem Hauptgang kombinieren“, sagt Robbert de Wildt.

Der letzte Halt ist Seoul mit einem Whiskey and Rice. „Die Südkoreaner gelten als die Iren von Asien, weil sie gerne Whiskey trinken“, sagt Susan Choi. „Weil sie überhaupt gerne trinken.“ De Wildt verwendet deshalb für diese Eigenkreation einen Irish Whiskey, den er mit einem Steinfrucht-Likör und Makgeolli, ein traditioneller koreanischer Reiswein, rührt. Die Nase ist fruchtig-aprikosig. Eine Dominante, die auch auf der Zunge bleibt und Rauch und dezente Bitternoten einfängt. Ein süß-herber Signature-Drink aus dem „Mr. Susan“, der harmonisch ein Dessert begleiten kann. Eine Vorschau gibt es mit dem beigelegten, sehr süßen Reiscracker. Sind Sie anschließend wieder in Berlin angekommen, ist zwar immer noch Winter, wenigstens der Jetlag ist Ihnen jedoch erspart geblieben.

So können Sie das Morgenpost-Tasting Spezial bestellen:

Fünf Cocktails inklusive Lieferung gibt es vom 7. bis zum 28. Februar 2021 für 49,90 Euro pro Person. Abholung möglich Freitag und Sonnabend von 16 bis 20 Uhr im „Mr. Susan“, Krausnickstraße 1, 10115 Berlin. Lieferung nach individueller Absprache. Bestellung mit dem Stichwort Morgenpost-Tasting per Mail an howdy@mrsusan.com oder per Direktnachricht auf Instagram @hellomrsusan. Die Kontodetails für die Bezahlung erhalten Sie mit der Bestellbestätigung.