Gerichte, die Trotzki, Proletariat, Intelligenz oder Kollektiv heißen, gibt es im gerade eröffneten „Datscha“, einem Lokal mit russischer Küche. Hinter den sozialismusfolkloristischen Bezeichnungen verbergen sich typisch russische Vorspeisen, „Sakuska“ wie roter Kaviar, Kartoffelpiroggen oder Schinken „à la russe“.
Eine abwechslungsreiche Speisekarte kombiniert das „Datscha“ mit angesagtem Szenecharme: Omatapeten und Tischlampen, Deckengemälde im Stil des sozialistischen Realismus und Teegläser aus Sankt Petersburg. Mit Erfolg – das geräumige Ecklokal in Miethochpreislage hat andere Betreiber scheitern lassen, die gemütliche Atmosphäre lockt aber zahlreiche Gäste an.
Neben etlichen Variationen russischer Klassiker wie Pelmeni, Wareniki oder Blini (den „russischen Crêpes“) gibt es eine Auswahl an Burgern und weiteren Hauptgerichten. Vegetarische Wirsingkohlrouladen mit Buchweizen und Käse zum Beispiel (11 Euro), „Kurotschka Rjabal“, womit Hähnchen in Maiskruste an Süßkartoffelpommes gemeint ist (12 Euro), oder „Scharkoje“, Lamm mit Auberginen, grünen Bohnen und Kartoffeln (14 Euro).
Das Schweinenackensteak „Minsk“ in Wodkamarinade mit Süßkartoffelpommes, Salzgurke und Granatapfelsoße (13 Euro) war solide, aber nicht spektakulär. Mit einer ordentlichen Portion Pommes macht es satt, Marinade oder Granatapfel aber versucht man vergeblich herauszuschmecken – ein letztlich alltägliches und nicht speziell russisches kulinarisches Erlebnis. Authentisch ist das Getränkeangebot, von Birkensaft und Kwas bis zu Moosbeerenwodka und Tannenwaldlimonade. Insgesamt überzeugt das „Datscha“ aber mehr mit freundlicher Bedienung und Ambiente als mit Haute Cuisine.
Datscha Stargarder Straße 24, Prenzlauer Berg, Di.–So. 12–22 Uhr, Tel. 28 43 93 99, www.cafe-datscha.de


