Der Ruf dieses Lokals ist weit über die Berliner Stadtgrenze hinweg bekannt. Schauspieler George Clooney aß dort während seiner Berliner Dreharbeiten zum Film „Monuments Men“, und im Juli erst kam Alt-Kanzler Gerhard Schröder mit seiner südkoreanischen Frau, Soyeon Kim. Bei unserem Besuch waren koreanische Geschäftsleute im Saal, geführt von einer deutschkundigen Landsfrau.

Wir machten es – das stellte sich allerdings erst nach späterer Recherche heraus – den Schröders gleich und wählten Dolsot Bibimbap (12,90 Euro). Dies ist ein traditionelles Gericht, das saftiges Gemüse, ein Reisbett, scharfe Gochujang-Chilipaste und, wenn man es statt mit Rindfleisch vegetarisch wählt, knusprigen Tofu zusammenbringt. An den Tisch kommt es im rustikalen Steintopf, weshalb das Essen da noch weiterbrät.

So heiß ist das schwere Gefäß, dass ein Spiegelei erst kurz vor dem Servieren über dem Ganzen aufgeschlagen wird, um im Topf dann vor den Augen des Gastes fest zu werden. „Jetzt bitte noch umrühren“, erinnerte uns der allzeit aufmerksame, verbindliche Kellner. Geschmacklich war das alles recht neu. Die frischen Gemüse ließen sich klar unterscheiden, abgestimmt mit der in der Tat sehr scharfen Paste. Eine wahre Entdeckung. In gesonderten Schalen gab es die milde Misosuppe, süßlich eingelegte Auberginen, Bambussprossen und den säuerlichen Chinakohl.

Der Begriff „Kimchi“ benennt die Speise ebenso wie die Methode ihrer Herstellung. Abends geht es hier hoch her, schon am späten Nachmittag fanden sich viele junge Gäste ein. Der wohlbedacht arrangierte raue Look des Gastraumes erinnert mit Wellblechwand, großen Schriftzeichen und schlichten Bänken an ein Hafen­restaurant. Vor 17 Uhr isst man vergünstigt.

Kimchi Princess, Skalitzer Str. 36, Kreuzberg, Reservierungen: 0163 4580203, kimchiprincess.com, täglich 12 bis 22.30 Uhr.