Der Hype um Gin ist seit Jahren ungebrochen. Die Spirituose, die im Prinzip aus einem Kornbrand besteht, dem verschiedene Kräuter zugesetzt werden – wobei nur der Wacholder Pflicht ist, alles andere ist der Kreativität des Herstellers überlassen – erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Im Februar kommen beim Morgenpost-Tasting alle Gin-Liebhaber auf ihre Kosten, denn das „House of Gin“, die Bar im Hotel „Palace Berlin“ serviert fünf Cocktail-Kreationen, deren Basis eben der Wacholder-Schnaps ist.

Morgenpost Tasting
The Fortune G&T, dazu Kabeljau in Wacholderaromen.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Los geht es mit einem „The Fortune G&T“, einem Gin Tonic also, mit der Hausmarke des „House of Gin“, dem Fortune Gin. Dabei handelt es sich um ein eher kräuterlastiges Destillat, das sechs Monate in einem Whisky-Fass gereift ist. Aufgegossen wird der mit einem Mountain Classic Tonic Water. Glücklicherweise ist der Trend zu zuckerigen Tonic Waters vorbei, und so ist der G&T hier sehr trocken. Ein Rosmarinzweig verbreitet mediterranen Duft, darunter kommt schon in der Nase Wacholder durch. Der Drink hat viele Bitternoten und Kräuter, da ist kaum Süße vorhanden. Gerade dadurch wird er aber sehr leicht und frisch, ein willkommener Muntermacher zum Auftakt.

Die Küche serviert dazu „Kabeljau in Wacholderaromen / Rosmarinbrot / Fenchel-Orange / rosa Pfeffer“. Der Fisch nimmt das Wacholder-Thema gekonnt auf, dazu kommt das typische Aroma des rosa Pfeffer (der ja streng genommen kein Pfeffer ist). Der Fisch kommt kräftig druch, Salz kommt hinzu, das Brot bringt schöne Röstaromen mit hinein. Dazu die Frucht von der Orange und der klassische Anis-Geschmack des perfekt gegarten Fenchels, das ist ein gekonnter Begleiter für diesen leichten Einstiegsdrink.

Gin kombiniert mit rauchigem Single Malt aus Schottland

Morgenpost Tasting
Gin Orget Spritz mit Süßkartoffelcreme. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Ein Gin Orget Spritz folgt als zweiter Cocktail. Auch bei diesem Infinity Gin handelt es sich um eine Hausmarke der Bar, für jedes Jahr ihres Bestehens kommt eine weitere hinzu. Dieser Gin ist deutlich zitruslastiger, kombiniert wird er mit Mandelsirup und einem Ardbeg-Whisky, also einem Single Malt von der Insel Islay, was sich übrigens „Eilah“ spricht. So manchem Whisky von der kleinen Insel vor der Westküste Schottlands wird nachgesagt, er habe etwas Medizinisches, das Jod des Atlantiks geht auch in diese Whisky-Sorten über. Und so setzt sich auch hier im Geruch sofort das „Wasser des Lebens“ durch, dazu kommt eine ausgeprägte Rauchnote. Der Mandelsirup bringt einen Hauch Amaretto dazu, der Gin sorgt für zitronige Aspekte. Im Nachhall kommt dann wieder der Whisky durch, das ist komplex, spannend und macht Spaß.

Sonnabend

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Dazu gibt es eine Süßkartoffelcreme mit Limette und Zimt sowie Rauchmandel. Die Creme bekommt durch die Rauchmandel ein schön nussiges Aroma, erst ist da die Süße, dann Salz, ein Hauch von Schärfe. Zimt und Limette sorgen für einen exotischen Touch. Der Drink geht dabei deutlich stärker auf die Amaretto-Seite, aber auch jetzt ist derr Whisky präsent. Die Kombination macht Sinn und Spaß, mit jedem Löffel setzt sich mehr Schärfe durch, aber das braucht und möchte man hier auch.

Richtig scharf beim Morgenpost-Tasting wird es beim dritten Cocktail

Morgenpost Tasting
Hot Date Swizzle, begleitet von Involtini von der Poularde. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Scharf geht es dann auch gleich weiter, und zwar mit einem Hot Date Swizzle mit Tabasco-Muskatnuss-Espuma. Die Idee dahinter, so erklärt es Barchef James, der aus Vietnam stammt, aber in Australien aufgewachsen ist, sei ein Thai-Curry in einem Drink. Der enthält Roku Gin mit sechs Botanicals, Sake, Kokosnusswasser und Swizzle Spicesirup. Dazu Involtini von der rPoularde mit Maispüree, Parmesanchip und gepickeltem Mais.

Der Drink hat es in sich: Der Schaum oben ist erst cremig, entwickelgt dann aber eine krachende Schärfe und macht ordentlich munter. Der Drink selbst ist unglaublich süffig, frisch, zitronig, exotisch mit Ananasaromen und etwas Curry, und gleicht so den scharfen Schaum etwas aus. Dazu passt das Röllchen mit seinem intensiven Geflügelaroma gut, das Maispüree nimmt das Curry-Thema auf. Der Drink wird dazu etwas sahniger, die Curry-Aromen kommen noch mehr zur Geltung. Inzwischen gewöhnt man sich an die Schärfe, der Drink päppelt richtig auf.

Das erste Dessert: Gin und Cassis, begleitet von einem Brombeersorbet

Morgenpost Tasting
GW‘oyage, dazu ein Brombeersorbet mit Soja-Vanilleespuma und Rosmarin-Baiser. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Nun kommt das erste Dessert, in der Sterneküche würde man von einem Prä-Dessert sprechen. Der Drink ist wieder ein Voyage Barrel Gin, im Whiskyfass gelagert, dem das Team die Kunstbezeichnung „G‘Woyage“ gegeben hat, und begleitet von Cassis sowie einem Honig-Zitronen-Sirup. Dazu kommen ein Brombeer-Sorbet, Blaubeere-Coulis, Vanilleschaum und ein Rosmarin-Baiser.

Der Drink ist nach dem scharfen „Hauptgang“ jetzt wunderbar fein fruchtig, säuerlich und erfrischend, das behebt die letzten Reste der Schärfe sofort. Die Brombeere steht im Vordergrund, aber auch die schwarze Johannisbeere aus dem Cassis ist deutlich zu merken. Dazu ist das Ganze spritzig und nicht zu süß. Hier meldet sich jetzt auch mal wieder Wacholder vom Gin, was die Komposition herrlich frisch macht.

Ganz hervorragend passt dazu das Brombeer-Sorbet, das etwas rauchig wirkt mit schöner Süße, Sahnigkeit und Creme. Zum Sorbet geht der Cocktail viel stärker auf die Cassis-Seite, das ergänzt sich perfekt. Die Rosmarin-Meringue gibt dem Cocktail noch einen Touch Exotik, er gewinnt jetzt mehr Säure hinzu, das ist ein Hauch von Sommer im Februar.

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Der Abschluss mit dem Weißtee French 75 und einem Mini Gateau aus weißer Schokolade, Zitrone und Kubebenpfeffer.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Nun der Abschluss: Ein Weißtee French 75 aus Brewdog Cactus und Lime Gin, Limettensaft, Zuckersirup und Sekt. Dazu ein Mini-Gateaux aus weißer Schokolade mit Zitrone und Kubebenpfeffer. Auch dieser Drink ist eher säuerlich, mit viel Zitrone und leichten Minz-Anklängen. Den Ausgleich schafft das Dessert mit seiner zitronigen Süße, während beim Cocktail jetzt noch Grapefruit, rosa Pfeffer und Muskat anklingen. Ein komplexer und nicht einschläfernder Abschluss für das Morgenpost-Tasting im „House of Gin“.

So können Sie das Morgenpost-Tasting im „House of Gin“ reservieren:

Fünf Cocktails inklusive Foodpairing gibt es vom 9. bis zum 24. Februar 2024 Dienstag bis Sonnabend um 18.30 Uhr für 55,90 Euro pro Person im „House of Gin“ im Hotel „Palace Berlin“, Budapester Straße 45, 10787 Berlin. Reservierungen heute, sonst Mo.-Fr. zwischen 9 und 15 Uhr unter Tel. 25 02 11 64 oder per Mail an Culinary@palace.de und nur so lange die Plätze reichen.